Kurz gesagt
Wer Offenheit, Reparierbarkeit und Bausatz-Option will, nimmt Prusa. Wer schnell starten und bequem mehrfarbig drucken will, nimmt Bambu Lab. Die Datenblätter von Prusa CORE One und Bambu Lab P1S liegen nah beieinander.
Prusa und Bambu Lab sind die zwei Marken, die beim Kauf eines Desktop-Druckers am häufigsten verglichen werden. Prusa Research kommt aus Prag und setzt auf offene Software und Hardware. Bambu Lab setzt auf ein geschlossenes, fertig abgestimmtes System. Wir stellen die jeweils passenden Modelle gegenüber: Prusa CORE One gegen Bambu Lab P1S und A1.
Wir haben die Geräte nicht selbst getestet und stützen uns auf Herstellerseiten und Fachmedien. Prusa führt auf der Produktseite inzwischen die überarbeitete Version CORE One+; die Daten unten gelten für diese Baureihe, sofern nicht anders vermerkt.
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Prusa und Bambu Lab im direkten Vergleich
| Merkmal | Prusa CORE One | Bambu Lab P1S | Bambu Lab A1 |
|---|---|---|---|
| Bauart | CoreXY, geschlossen | CoreXY, geschlossen | Bettschubser, offen |
| Bauraum | 250 × 220 × 270 mm | 256 × 256 × 256 mm | 256 × 256 × 256 mm |
| Düse (max.) | 290 °C | 300 °C | 300 °C |
| Heizbett (max.) | 120 °C | 100 °C | 100 °C |
| Kammer | bis 55 °C | geschlossen, passiv | offen |
| Mehrfarbdruck | MMU3 oder INDX (optional) | AMS, bis 16 Farben | AMS lite |
| Firmware und Software | offen, Prusa-Software | Bambu Studio, Netzwerk-Plugin proprietär | Bambu Studio |
| Lieferform | Bausatz oder montiert | montiert | montiert |
| Garantie | 24 Monate in der EU | laut Händler prüfen | laut Händler prüfen |
Angaben laut Hersteller und Fachmedien. Bambu Lab nennt für den P1S keine Kammertemperatur; er heizt die Kammer nicht aktiv.
Welche Marke ist offener?
Prusa gewinnt dieses Duell eindeutig. Prusa Research beschreibt seine Drucker mit Open-Source-Firmware und -Software, die ohne Lizenzgebühren laufen. Die Hardware ist je nach Bauteil unterschiedlich weit offen; ein Fachvergleich hält „vollständig offen“ für zu grob.
Bambu Lab arbeitet mit einer geschlossenen Firmware. Bambu Studio liegt auf GitHub unter der AGPL v3 und basiert auf PrusaSlicer. Die Kommunikation mit dem Bambu-Cloud-Dienst läuft dagegen über ein proprietäres Plugin. Wer lokal und ohne Cloud arbeiten will oder in Schule und Labor strenge Datenvorgaben hat, findet bei Prusa die einfachere Ausgangslage.
Mehr zur Software erfährst du im Ratgeber Slicer-Software.
Welche Marke ist einfacher in der Bedienung?
Hier liegt Bambu Lab vorn. Fachmedien beschreiben den P1S als Gerät, das sich wie ein fertiges Gerät bedienen lässt. In einem Vergleich mit dem Bambu Lab X1C beschreibt All3DP den Bambu als das fertigste, geräteartige Angebot; die Prusa-Maschine gilt dort als die Wahl für Bastler.
Prusa bietet die CORE One als Bausatz an. Der Zusammenbau dauert mehrere Tage. Du kannst sie auch montiert kaufen. Der Bausatz lohnt sich, wenn du die Mechanik verstehen und später selbst reparieren willst.
Punktsieger für den schnellen Start: Bambu Lab. Für Verständnis und Eingriffe in die Technik: Prusa.
Wer bietet mehr Material- und Temperaturspielraum?
Das Duell ist offen, mit Vorteilen auf beiden Seiten. Die Prusa CORE One erreicht 120 °C am Heizbett und 55 °C in der Kammer. Die Düse geht bis 290 °C; mit dem optionalen HT-Hotend nennt Prusa bis zu 400 °C. Der P1S erreicht 300 °C an der Düse und 100 °C am Bett.
Tom’s Hardware nennt für die CORE One PLA, PETG, TPU, ABS, ASA und PC bis 300 °C als geeignet. Bambu Lab listet beim P1S PLA, PETG, TPU, ABS, ASA, PVA und PET als ideal und PA und PC als verarbeitbar. Carbon- und glasfaserverstärkte Filamente empfiehlt Bambu Lab für den P1S nicht. Bei beiden Marken gilt: Faserverstärkte Filamente brauchen eine gehärtete Düse.
Punktsieger: Prusa bei Heizbett, Kammer und Hotend-Ausbau, Bambu Lab bei dokumentierter Material-Bandbreite ab Werk. Mehr zu den Filamenten steht bei technischen Filamenten.
Welches Mehrfarbsystem ist besser?
Das hängt von Preis und Aufwand ab, einen klaren Punktsieger gibt es nicht. Bei Bambu Lab ist das AMS Teil der Combo-Pakete und lässt sich bis zu 16 Farben erweitern. Prusa bietet das MMU3 als Zusatz und das INDX-Upgrade für bis zu 8 Materialien.
Tom’s Hardware testete die CORE One mit MMU3 in einem Fünf-Farben-Druck: 14 Stunden 32 Minuten und rund 100 g Abfall. Das Bambu-System H2D brauchte 20 Stunden 57 Minuten und erzeugte etwa 264 g Abfall. Das MMU3 verlangt aber einen Eingriff am Extruder und mehr Platz. Der Tester nennt trotzdem den P1S Combo mit AMS seinen Favoriten für günstigen Farbdruck.
Einen Überblick bietet die Seite Mehrfarbige 3D-Drucker. Alles zu Systemen findest du unter Multicolor-Systeme.
Wie unterscheiden sich Service und Langzeitpflege?
Prusa wirbt mit langer Produktpflege, Upgrade-Wegen und dokumentierter Wartung. Der Hersteller nennt 24 Monate Garantie in der EU, 60 Tage Rückgaberecht und einen Live-Chat. Tom’s Hardware lobt die Update-Pfade, etwa den Umbau vom MK4S auf die CORE One.
Bambu Lab punktet mit einer integrierten Einrichtung. Dafür hängst du stärker an Software und Zubehör des Herstellers. Belastbare Ausfalldaten für beide Marken liegen uns nicht vor, deshalb nennen wir keinen Zuverlässigkeitssieger. Prüfe vor dem Kauf die Verfügbarkeit von Ersatzteilen.
Punktsieger: Prusa bei Dokumentation und Reparierbarkeit.
Wie schlägt sich die Geschwindigkeit?
Hier gibt es keinen klaren Sieger. Beim X1C-Vergleich von All3DP liegen beide Drucker bei 300 mm/s Standardgeschwindigkeit im 0,2-mm-Profil. Die Benchy-Zeit lag dort bei 37 Minuten für die CORE One und 38 Minuten für den X1C. Mit generischen Materialprofilen fiel der X1C auf 56 Minuten zurück. Die Zahlen gelten für den X1C und nicht für den P1S, zeigen aber, dass Profil und Slicer-Einstellung mehr ausmachen als das Datenblatt.
Bambu Lab nennt für den P1S 500 mm/s Toolhead-Maximum und 20.000 mm/s² Beschleunigung. Prusa gibt laut All3DP für die CORE One 350 mm/s Verfahrgeschwindigkeit und 7.000 mm/s² an. Tom’s Hardware fand die CORE One etwa 15 bis 20 Prozent schneller als den Prusa MK4S, einen Vergleich zum P1S nennt der Test nicht. Reale Druckzeiten hängen von Modell und Material ab.
Was ist mit Gehäuse und Lautstärke?
Die CORE One ist ein vollständig geschlossener CoreXY-Drucker mit belüfteter Kammer. Tom’s Hardware lobt den Türsensor, der den Druck beim Öffnen pausiert. Das hilft in Schulen und in Haushalten mit Kindern, ersetzt aber keine Aufsicht. Der Test bemängelt eine etwas lautere Mechanik als beim MK4S und eine fehlende eingebaute Kamera. Beim P1S ist laut Bambu Lab eine Kammerkamera vorhanden.
Verlässliche Lautstärkewerte nennen weder Prusa noch Bambu Lab auf den geprüften Seiten, deshalb vergleichen wir sie nicht. Für die Wohnung hilft die Seite 3D-Drucker für zuhause.
Und was ist mit dem Herkunftsland?
Prusa Research sitzt in Tschechien. Laut All3DP baut die Firma Drucker auch in den USA zusammen. Bambu Lab ist ein chinesisches Unternehmen. Für manche Käufer spielt das bei Datenschutz, Lieferwegen oder Ersatzteilen eine Rolle, für andere nicht. Wir bewerten das nicht; wir nennen nur die Herkunft.
Wie wählst du zwischen Bausatz und Fertiggerät?
Den Bausatz wählst du, wenn du die Mechanik kennenlernen und später selbst warten willst. Dafür brauchst du laut Fachmedien mehrere Tage Zeit für den Aufbau. Das Fertiggerät passt, wenn du sofort drucken willst. Bambu Lab liefert alle genannten Drucker montiert.
Urteil je Nutzertyp
- Einsteiger, der schnell drucken will: Bambu Lab, am ehesten P1S.
- Bastler und Reparierer: Prusa CORE One, auch als Bausatz.
- Schule, Labor, lokaler Betrieb ohne Cloud: Prusa.
- Viele Farben zu moderatem Aufwand: Bambu Lab mit AMS.
- Kleines Budget, nur PLA und PETG: Bambu Lab A1. Der A1 ist offen und kein Konkurrent zur CORE One.
- Viel Heizbett- und Kammerreserve für technische Materialien: Prusa.
Weitere Infos: Prusa CORE One im Check, Bambu Lab P1S im Check, Bambu Lab A1 im Check, die Marken-Seiten Prusa und Bambu Lab sowie der Vergleich A1 gegen P1S. Zur Orientierung hilft auch die Liste 3D-Drucker für Profis.
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Fazit
Wer sofort drucken und viele Farben will, nimmt Bambu Lab. Wer Offenheit, Reparierbarkeit und langfristige Pflege über den schnellen Start stellt, nimmt Prusa. Die Datenblätter der CORE One und des P1S liegen nah beieinander. Die Entscheidung fällt über Software, Service und Mehrfarbsystem.
Quellen
- Original Prusa CORE One+ (Prusa Research)
- Prusa CORE One Review: Better in a Box (Tom’s Hardware)
- Prusa Core One vs. Bambu Lab X1C (All3DP)
- Prusa gegen Bambu Lab: MK4S und P1S im Vergleich (3DMag)
- Bambu Lab A1 oder P1S (3DMag)
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