Kurz gesagt
Prusa Research aus Prag baut offene, reparierbare FDM-Drucker, vom Einsteiger MINI+ über die MK4S bis zum geschlossenen CORE One. Die Marke passt zu dir, wenn Reparierbarkeit und Open Source zählen. Bambu Lab ist schneller eingerichtet und bei Mehrfarbdruck bequemer.
Prusa steht für offene Hardware, reparierbare Drucker und Fertigung in Europa. Die Marke ist langsamer im Marketing als Bambu Lab, dafür setzt sie auf Langlebigkeit und Eingriffsmöglichkeiten. Diese Seite zeigt die aktuellen Modelle und für wen sie sich lohnen.
Was ist Prusa?
Prusa Research ist ein Hersteller von 3D-Druckern mit Sitz in Prag, Tschechien. Josef Prusa gründete das Unternehmen 2012 als Ein-Mann-Startup. Es ist aus dem RepRap-Projekt hervorgegangen, einem Open-Source-Projekt für selbst replizierende 3D-Drucker. Laut Herstellerseite hat Prusa Research inzwischen mehr als 1.200 Mitarbeiter und einen zweiten Hauptstandort in Delaware, USA.
Prusa veröffentlicht Konstruktionsdaten und Werkzeuge als Open Source. Die Drucker lassen sich laut Hersteller modifizieren, mit eigener Firmware flashen und selbst reparieren. Das Unternehmen produziert außerdem eigene Filamente (Prusament) und Harze.
Die aktuellen Modelle
Prusa pflegt wenige Linien. Die Tabelle zeigt die FDM-Drucker mit Bauraum nach einer Händlerübersicht und den Herstellerangaben.
| Modell | Klasse | Bauraum | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| MINI+ | Einsteiger, offen | 180 × 180 × 180 mm | Halb montiert, optional mit Gehäuse-Bundle |
| MK4S | Mittelklasse, offen | 250 × 210 × 220 mm | Als Bausatz oder fertig; optional MMU3 und Gehäuse |
| CORE One / CORE One+ | Geschlossen, CoreXY | 250 × 220 × 270 mm | Kammer bis 55 °C, MMU3-kompatibel |
| CORE One L | Geschlossen, CoreXY, groß | 300 × 300 × 330 mm | Kammer bis 60 °C |
| XL | Großformat, CoreXY | 360 × 360 × 360 mm | Bis zu fünf unabhängige Werkzeugköpfe |
| Pro HT90 | Profi, Delta | Ø 300 × 400 mm | Kammer bis 90 °C für PEEK und PEI |
Angaben laut Hersteller bzw. Händlerübersicht. Händler führen das Modell teils als CORE One+, Prusa selbst nennt aktuelle Varianten CORE One+ und CORE One L+. Für die Bauraumhöhe des CORE One nennen andere Quellen leicht abweichende Werte; verbindlich ist das Datenblatt von Prusa.
Welches Prusa-Modell passt zu welchem Einsatz?
Für den Einstieg in die Prusa-Welt ist die MK4S der Klassiker. Wer ein Gehäuse braucht, wählt den CORE One. Er erreicht laut Tom’s Hardware CoreXY-Tempo, etwa 15 bis 20 Prozent schneller als die MK4S bei Standardeinstellungen. Die ausführliche Einordnung steht im Bericht Prusa Core One im Check.

Prusa CORE One+
Geschlossener CoreXY-Drucker mit offener Software und guter Wartbarkeit.
- Bauraum 250 × 220 × 270 mm
- Kammer bis 55 °C geregelt
- Open-Source-Firmware und -Slicer
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Prusa Core One: geschlossener CoreXY mit Nextruder
Der CORE One hat laut 3DJake einen 250 × 220 × 270 mm großen Bauraum, eine High-Flow-Düse aus Messing (CHT) und einen Direct-Drive-Extruder. Das Heizbett erreicht 120 °C, die Düse 290 °C. Mit einem optionalen HT-Hotend sind laut Seite bis zu 400 °C möglich. Das Gehäuse ist geschlossen, eine automatische Lüftungsklappe öffnet bei PLA und PETG und schließt bei Hochtemperaturmaterial.
Für wen die Marke passt
Prusa passt zu dir, wenn dir Reparierbarkeit, offene Dokumentation und Planbarkeit wichtiger sind als das schnellste Gerät. Es gibt Bausätze zum Selbstbauen und fertig montierte Drucker. Beim CORE One liegen laut Tom’s Hardware die Preise für Bausatz und Fertiggerät etwa 250 US-Dollar auseinander. Ein Umbau einer vorhandenen MK4 ist ebenfalls möglich.
Prusa passt weniger, wenn du das günstigste Gerät oder die größte Modellbibliothek suchst. Tom’s Hardware nennt als Nachteil, dass der CORE One teuer ist. Für Geräte im Profi-Bereich lohnt der Blick auf unsere Seite 3D-Drucker für Profis.
Tipp: Ein Bausatz spart Geld und bringt dir die Technik näher. Rechne aber mit Aufbauzeit und lies die Anleitung vorher. Wer nur drucken will, nimmt die fertig montierte Version.
Software, Ersatzteile, Service
Prusa nutzt einen eigenen Slicer, der aus dem Open-Source-Projekt hervorgegangen ist. Mehrfarbdruck läuft über das Zusatzmodul MMU3 oder beim XL über mehrere Werkzeugköpfe. Das ist weniger bequem als ein vollintegriertes System.
Die Drucker sind für Eingriffe gebaut. Prusa erlaubt laut eigener Seite das Flashen eigener Firmware und das Reparieren. Das macht Ersatzteile und Umbauten leichter, setzt aber Bereitschaft zum Schrauben voraus. Für das Drucken bei hohen Temperaturen ist ein Gehäuse wichtig; die Seite Gehäuse für 3D-Drucker hilft bei offenen Modellen.
Stärken und Schwächen
Stärken
- Open Source und Reparierbarkeit, vom Hersteller ausdrücklich zugesichert.
- Gute Erstlagen und ruhiger Lauf beim CORE One laut Tom’s Hardware.
- Bausatz oder Fertiggerät zur Wahl, MK4-Umbau auf CORE One möglich.
- Breites Spektrum von MINI+ bis Pro HT90.
Schwächen
- Hohe Anschaffungskosten gegenüber Konkurrenten.
- Kammerheizung beim CORE One laut Tom’s Hardware nur über das Heizbett.
- Mehrfarbdruck ist Zusatztechnik, kein integriertes System.

Bambu Lab P1S Combo
Geschlossener Drucker mit AMS für Mehrfarbdruck ab Werk.
- Mehrfarbdruck mit AMS im Set
- Geschlossenes Gehäuse
- Auch für anspruchsvollere Materialien
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Bambu Lab P1S Combo: die geschlossene Konkurrenz
Der P1S ist ein geschlossener CoreXY-Drucker mit 256 × 256 × 256 mm Bauraum. Im Combo ist das AMS für Mehrfarbdruck enthalten. Er richtet sich an Käufer, die schnell loslegen wollen. Der Direktvergleich steht in Prusa gegen Bambu Lab.
Prusa im Vergleich zu anderen Marken
Gegenüber Bambu Lab ist Prusa offener und reparierbarer, aber teurer und weniger auf Mehrfarbdruck ausgerichtet. Bambu Lab ist schneller bei der Einrichtung. Das Mehrfarbsystem von Anycubic ist günstiger, setzt aber auf ein weniger ausgereiftes Software-Paket.
Wer vor allem Mehrfarbdruck sucht, sollte die Seite Mehrfarbige 3D-Drucker lesen.

Bambu Lab A1
Offener Allrounder mit großem Bauraum, für Einsteiger wie Fortgeschrittene.
- Bauraum 256 × 256 × 256 mm laut Hersteller
- Automatische Kalibrierung
- Mehrfarbig mit AMS lite nachrüstbar
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Bambu Lab A1: offen, schnell, mit bis zu vier Farben
Der A1 hat 256 × 256 × 256 mm Bauraum und ist ein schneller Bettschubser. Tom’s Hardware lobt ihn als zuverlässig und leise. Er ist die offene Alternative zur MK4S.
Bausatz oder Fertiggerät: Was ist besser?
Für den CORE One und die MK4S bietet Prusa beide Wege an. Der Bausatz kostet weniger und vermittelt dir die Technik. Das Fertiggerät spart Aufbauzeit. Tom’s Hardware nennt für den CORE One beide Varianten. Beim CORE One L+ liefert Prusa laut Herstellerseite komplett montiert und vorkalibriert; du schließt das Display an, wählst die Sprache und druckst.
Wer nur drucken will, wählt das Fertiggerät, denn es kommt laut Hersteller montiert und getestet. Beim Bausatz musst du Zeit für den Aufbau einplanen und die Schritte der Anleitung sauber abarbeiten. Wer Freude am Schrauben hat oder später Teile tauschen möchte, nimmt den Bausatz.
Was bedeutet Open Source bei Prusa konkret?
Prusa Research veröffentlicht laut eigener Seite Konstruktionsdateien und Werkzeuge. Die Ursprünge liegen im RepRap-Projekt. Für dich heißt das: Du kannst Teile nachdrucken, Firmware anpassen und Umbauten nachvollziehen.
Offene Dokumentation ersetzt keinen Support. Prüfe vor dem Kauf, wie du Ersatzteile bekommst, und lies die Hilfeseiten des Herstellers.
Welche Materialien drucken Prusa-Drucker?
Die offenen Modelle MINI+ und MK4S sind für PLA, PETG und TPU ausgelegt. Der CORE One schafft laut Händler 290 °C an der Düse und 120 °C am Bett; mit optionalem HT-Hotend sind bis zu 400 °C möglich. Das Gehäuse und die automatische Lüftung sind für Materialien wie PETG und ASA nützlich. Der Pro HT90 richtet sich mit 500-°C-Werkzeugkopf an Anwender, die PEEK oder PEI drucken.
Mehr zu Materialien findest du bei PETG und technischen Filamenten. Prusa fertigt außerdem eigene Filamente unter dem Namen Prusament.
Welche Prusa-Modelle lohnen sich eher nicht?
Die MINI+ hat mit 180 × 180 × 180 mm den kleinsten Bauraum der Reihe und ist offen. Wer größere Teile oder ein Gehäuse braucht, kommt mit ihr schnell an Grenzen. Der XL und der Pro HT90 sind Geräte für Werkstatt und Labor, nicht für den Schreibtisch im Wohnzimmer. Für den privaten Einstieg sind MK4S und CORE One die sinnvollen Prusa-Modelle, und selbst dort lohnt der Preisvergleich mit dem Bambu Lab P1S.
Fazit
Prusa ist die Marke für alle, die ihren Drucker verstehen, warten und lange nutzen wollen. Der CORE One ist das zeitgemäße Gerät mit Gehäuse, die MK4S der offene Klassiker. Wer vor allem Tempo und Mehrfarbdruck will, ist bei Bambu Lab oft schneller am Ziel. Eine passende Übersicht findest du in der Kaufberatung für 3D-Drucker.
Quellen
- Über uns – Prusa Research
- Open Source bei Prusa Research
- Prusa CORE One+ – 3DJake
- Prusa CORE One Review – Tom’s Hardware
- The Complete Prusa Buyer’s Guide – Eolas Prints
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