Slicer

Slicer-Software: PrusaSlicer, Bambu Studio, Orca und Cura

Welcher Slicer passt zu deinem Drucker? Vergleich, wichtige Einstellungen und CAD-Einstieg.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

Ein Slicer wandelt dein 3D-Modell in G-Code um, den der Drucker abarbeitet. PrusaSlicer, Bambu Studio, OrcaSlicer und Cura sind kostenlos. Am einfachsten startest du mit der Software, die dein Druckerhersteller empfiehlt.

Ein Slicer ist das Programm, das aus einem 3D-Modell die Druckanweisungen für deinen Drucker macht. Für die meisten Einsteiger gilt: Nimm die Software des Herstellers, wechsle erst bei konkretem Bedarf. PrusaSlicer, Bambu Studio, OrcaSlicer und Cura sind kostenlos und decken fast alles ab. Welche für dich passt, hängt vor allem von deinem Drucker ab. Falls du noch keinen hast, hilft die Übersicht der 3D-Drucker im Vergleich.

In 5 Schritten vom Modell zum Druck:

  1. Modell als STL oder 3MF laden.
  2. Drucker, Filament und Druckplatte im Slicer auswählen.
  3. Profil wählen und Modell ausrichten.
  4. Vorschau prüfen, dann slicen.
  5. Datei an den Drucker senden oder per SD-Karte starten.

Was ist ein Slicer und was macht er?

Ein Slicer zerlegt ein 3D-Modell in dünne Schichten und erzeugt daraus den G-Code. Das ist eine Textdatei mit Befehlen für Bewegung, Temperatur und Materialfluss. Der Drucker liest sie Zeile für Zeile.

Als Eingabe dient meist eine STL-Datei, die nur die Oberfläche des Modells beschreibt. Das Format 3MF speichert zusätzlich Farben und Einstellungen. Der Slicer ergänzt, was die Datei nicht enthält: Wände, Füllung, Stützen und Geschwindigkeit.

Gut zu wissen: Der Slicer ist nicht das Konstruktionsprogramm. Modelle erstellst du in einem CAD-Programm, der Slicer bereitet sie nur für den Druck vor. Beides ist im Workflow weiter unten gegenübergestellt.

Welche Slicer-Software gibt es und welche ist kostenlos?

Alle gängigen Slicer sind kostenlos. PrusaSlicer, Bambu Studio, OrcaSlicer und Creality Print stehen laut ihren Projektseiten unter der AGPL-3.0, Cura unter der LGPL-3.0. Das sind Open-Source-Lizenzen, du zahlst nichts und darfst die Programme privat uneingeschränkt nutzen.

Slicer Kostenlos? Drucker Stärken
PrusaSlicer Ja, Open Source (AGPL-3.0) FDM und mSLA; Prusa und Maschinen vieler Hersteller Einstellungen pro Modell bis zur Schicht, Objekte bemalen, schneiden und anordnen, Multimaterial
Bambu Studio Ja, Open Source (AGPL-3.0) Bambu-Lab-Drucker und andere Einfache Oberfläche, mehrere Druckplatten, Fernsteuerung und Überwachung
OrcaSlicer Ja, Open Source (AGPL-3.0) Bambu Lab, Prusa, Creality, Voron und weitere Viele Kalibrierwerkzeuge, Anbindung an Klipper, PrusaLink und OctoPrint
Cura Ja, Open Source (LGPL-3.0) Viele Drucker über Community-Profile Hunderte Einstellungen, große Profilsammlung, Erweiterungen
Creality Print Ja, Open Source (AGPL-3.0) Creality-Drucker, FDM Auf OrcaSlicer aufbauend, Klipper-Unterstützung
Anycubic Slicer Next Herstellersoftware, Bedingungen beim Hersteller prüfen Anycubic-Drucker Fertige Profile für die eigenen Geräte

Die Tabelle zeigt auch die Verwandtschaft. Bambu Studio basiert auf PrusaSlicer, OrcaSlicer entstand aus Bambu Studio und PrusaSlicer, Creality Print ging aus OrcaSlicer hervor. PrusaSlicer geht auf Slic3r zurück. Wer einen Slicer kennt, findet sich deshalb in den anderen schnell zurecht.

Welcher Slicer passt zu welchem Drucker?

Die Faustregel: Nutze die Software, die dein Hersteller empfiehlt und für die er Profile pflegt. Das spart Einstellarbeit. Erst wenn dir Funktionen fehlen, lohnt der Wechsel.

Dein Drucker Gute erste Wahl Alternative
Bambu Lab (A1 mini, A1, P1S) Bambu Studio OrcaSlicer
Prusa PrusaSlicer OrcaSlicer
Creality Creality Print OrcaSlicer, Cura
Anycubic Software des Herstellers OrcaSlicer, Cura
Elegoo Software des Herstellers OrcaSlicer, Cura
Resin-Drucker Software des Herstellers PrusaSlicer (unterstützt mSLA)

Die Zuordnung ist eine redaktionelle Empfehlung, keine Herstellerfreigabe. Ob dein Modell im Wunschprogramm als Profil vorliegt, siehst du im Dialog zur Druckerauswahl. Wer erst einen Drucker sucht, kann die Passung zur Software als Kriterium nutzen, etwa in der Kaufberatung für 3D-Drucker.

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Wie entscheidest du dich in drei Fragen?

Wer vor der Wahl steht, spart Zeit mit einer klaren Reihenfolge. Zuerst zählt dein Drucker, danach deine Wünsche, zuletzt deine Erfahrung. Die drei Fragen führen dich zur ersten Wahl.

  1. Welchen Drucker hast du? Der Hersteller-Slicer ist die sichere Wahl.
  2. Brauchst du Kalibrierwerkzeuge? Dann probiere OrcaSlicer.
  3. Suchst du maximale Detailkontrolle? PrusaSlicer oder Cura bieten viele Parameter.

Du verlierst nichts, wenn du später wechselst. Profile lassen sich oft importieren, und der Aufbau der Programme ähnelt sich. Ein falscher Start kostet höchstens ein paar Minuten Einarbeitung.

Ein Beispiel: Du hast einen Bambu-Lab-Drucker und willst die Kalibrierung selbst steuern. Dann startest du mit Bambu Studio und probierst später OrcaSlicer aus. Hast du einen Drucker ohne eigene Software, bietet Cura über seine Profilsammlung einen schnellen Einstieg. Entscheidend ist, dass du ein Programm eine Weile konsequent nutzt, bevor du urteilst.

Bei Netzwerk und Fernsteuerung lohnt ein Blick auf die Details. OrcaSlicer bindet laut Projektseite Klipper, PrusaLink und OctoPrint an. Bei Bambu-Druckern benötigst du für die Netzwerkfunktion das optionale Plugin. Wer das nicht möchte, startet den Druck per SD-Karte.

Was ist der Unterschied zwischen PrusaSlicer, Bambu Studio und OrcaSlicer?

Alle drei teilen dieselbe Basis, setzen aber Schwerpunkte. PrusaSlicer bietet viele Detaileinstellungen und gilt als Referenz für Prusa-Drucker. Bambu Studio hält die Oberfläche schlank und bindet Bambu-Lab-Drucker direkt an. OrcaSlicer vereint beide Ansätze und bringt viele Kalibrierhilfen mit.

PrusaSlicer

Laut Projektseite lassen sich Parameter vom ganzen Modell bis zu einzelnen Schichten ändern. Du kannst Objekte in der Software bemalen, schneiden und anordnen und mehrere Projekte gleichzeitig öffnen.

Bambu Studio

Laut Projektseite bietet Bambu Studio projektbasierte Arbeitsabläufe, die Verwaltung mehrerer Druckplatten sowie Fernsteuerung und Überwachung. Das Netzwerk-Plugin für die Anbindung an Bambu-Drucker nutzt nicht freie Bibliotheken. Ohne Plugin kannst du den Druck per SD-Karte starten.

OrcaSlicer

OrcaSlicer enthält laut Projektseite Werkzeuge für Temperaturtürme, Flussrate und Retraktion. Wie du solche Tests nutzt, erklärt der Ratgeber zum Testdruck.

Tipp: Installiere zum Vergleichen einen zweiten Slicer, statt zu wechseln. Lade dasselbe Modell in beide und vergleiche Vorschau, Druckzeit und Materialverbrauch.

Welche Einstellungen sind im Slicer am wichtigsten?

Fünf Einstellungen bestimmen die meisten Ergebnisse: Schichthöhe, Wände, Füllung, Stützen und Haftung. Die Werte in der Tabelle sind typische Ausgangspunkte für eine 0,4-mm-Düse, keine festen Vorgaben. Ein Herstellerprofil ist meist die bessere Basis.

Einstellung Was sie bewirkt Typischer Ausgangspunkt
Schichthöhe Feinheit der Oberfläche, Druckzeit Etwa 0,2 mm, feiner für Details
Wände (Perimeter) Festigkeit, Optik der Außenhaut 2 bis 3 Wandlinien
Infill Füllung im Inneren 10 bis 20 % für Deko, mehr für belastete Teile
Stützstrukturen Halten Überhänge Nur bei steilen Überhängen aktivieren
Brim Breitere Haftfläche in der ersten Schicht Bei kleiner Standfläche oder Materialien, die sich verziehen

Prusa Research nennt in der Anleitung zur ersten Schicht etwa 0,2 mm als Richtwert für eine Schichtdicke bei 0,4-mm-Düsen. Eine feinere Schicht dauert deutlich länger, weil mehr Schichten nötig sind.

Zwei weitere Werte beeinflussen das Ergebnis stark: Temperatur und Geschwindigkeit. Beide stammen aus dem Filamentprofil, das zum Material passt. Prüfe die Angaben auf der Spule, bevor du sie änderst. Zu hohe Geschwindigkeit zeigt sich oft als Wellen in der Oberfläche, zu hohe Temperatur als Fäden. Reduziere im Zweifel die Geschwindigkeit zuerst; Qualität kommt vor Tempo. Ein kurzer Probedruck mit einem kleinen Modell zeigt dir in wenigen Minuten, ob die Werte passen. Notiere dir gute Einstellungen als eigenes Profil, damit du sie beim nächsten Druck wieder nutzen kannst.

Ändere beim Testen immer nur eine Einstellung und drucke dann neu. Nur so erkennst du, was wirkt. Typische Fehler und ihre Ursachen sammelt die Seite Probleme beim 3D-Druck.

Wie arbeitest du Schritt für Schritt im Slicer?

Der Ablauf ist in allen Programmen ähnlich. Ich nenne ihn den Slicer-Dreisatz: Auswählen, Prüfen, Starten. Erst Drucker und Material wählen, dann Vorschau prüfen, zuletzt senden.

  1. Auswählen: Drucker, Düse, Filamentart und Druckplatte wählen. Ein falsches Profil führt zu falschen Temperaturen.
  2. Modell laden und ausrichten: Die größte ebene Fläche nach unten legen. Das verbessert die Haftung und spart Stützen.
  3. Profil einstellen: Schichthöhe, Infill und Stützen anpassen.
  4. Prüfen: In der Vorschau Schicht für Schicht ansehen, vor allem erste Schicht und Überhänge.
  5. Starten: G-Code per WLAN, USB oder SD-Karte an den Drucker senden.

Achtung: Prüfe vor dem ersten Druck, ob der Slicer die richtige Düsengröße und die richtige Druckplatte kennt. Falsche Angaben verursachen Fehldrucke oder sogar Kollisionen.

Welche kostenlosen Programme gibt es für das Konstruieren?

Zum Modellieren brauchst du ein CAD-Programm (Computer-Aided Design, rechnergestütztes Konstruieren). Einsteiger starten mit Tinkercad. Wer parametrisch konstruieren will, wechselt später zu FreeCAD, Onshape oder Fusion.

Programm Kosten Eignung
Tinkercad Kostenlos Einstieg mit einfachen Grundkörpern
FreeCAD Kostenlos, Open Source, für Windows, Mac und Linux Parametrisches Konstruieren, Lernkurve steiler
Onshape Free-Plan nur für nicht kommerzielle Nutzung, Dokumente öffentlich sichtbar Konstruieren im Browser
Fusion Lizenzbedingungen und kostenlose Varianten beim Anbieter prüfen Mächtiges parametrisches CAD

Der Onshape-Free-Plan ist laut Hersteller kostenlos für nicht kommerzielle Nutzung. Jedes Dokument ist dort öffentlich einsehbar. Wer Konstruktionen geheim halten will, braucht eine andere Lösung.

Wer nicht selbst konstruieren will, findet fertige Dateien auf Plattformen. Wie du dort Qualität erkennst, steht im Ratgeber zu 3D-Druck-Vorlagen.

Welche Fehler passieren im Slicer am häufigsten?

Die meisten Fehldrucke entstehen nicht am Drucker, sondern in den Einstellungen. Die Tabelle nennt typische Fehler und die schnelle Prüfung. Sie fasst redaktionelle Erfahrungswerte zusammen.

Fehler im Slicer Folge Prüfung
Falsches Filamentprofil Zu heiße oder zu kalte Düse, Fäden oder schlechte Haftung Material im Slicer mit dem Spulenmaterial abgleichen
Falsche Düsengröße Unter- oder Überextrusion Düsendurchmesser im Drucker- und Slicerprofil vergleichen
Modell liegt auf der Spitze statt auf der Fläche Viele Stützen, raue Unterseite Modell drehen, größte ebene Fläche nach unten
Stützen vergessen Überhänge hängen durch In der Vorschau Überhänge ansehen
Zu wenig Haftung bei kleiner Fläche Teil löst sich vom Bett Brim aktivieren

Fäden im Druck haben oft mit feuchtem Material oder Retraction zu tun, nicht nur mit dem Slicer. Lies dazu die Seite zu Stringing.

Wer den Slicer nicht kennt, lernt am schnellsten an kleinen Testmodellen. Drucke ein Modell, ändere eine Einstellung, vergleiche das Ergebnis.

Welche Software brauchst du für Resin-Drucker?

Resin-Drucker härten flüssiges Harz mit Licht aus und nutzen eigene Slicer. Meist installierst du die Software des Herstellers, weil sie die Belichtungszeiten des Geräts kennt. PrusaSlicer unterstützt laut Projektseite zusätzlich mSLA-Drucker.

Mehr zum Verfahren und zu Geräten findest du bei den Resin-Druckern. Dort steht auch, welche Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Harz gelten.

Fazit

Slicer sind kostenlos, daher entscheidet der Drucker. Bambu Studio für Bambu Lab, PrusaSlicer für Prusa, Creality Print für Creality: Das ist der einfachste Start. OrcaSlicer ist die gute Wahl, wenn du Kalibrierung und viele Druckermodelle in einem Programm willst. Cura bleibt ein bewährter Allrounder mit großer Profilsammlung. Für das Konstruieren reichen Tinkercad zum Einstieg und FreeCAD für mehr.

Quellen

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026