Kurz gesagt
Infill ist die Füllstruktur im Inneren eines 3D-Druckteils, angegeben in Prozent. Sie stützt die Außenwände und bestimmt, wie stabil, schwer und materialintensiv ein Objekt wird. Statt komplett massiv zu drucken, setzen die meisten Slicer ein Muster mit viel Luft dazwischen.
Was ist Infill?
Das Wort kommt aus dem Englischen und heißt schlicht „Füllung“. Ein gedrucktes Teil besteht aus festen Außenwänden, den Perimetern, sowie oberen und unteren Deckschichten. Der Raum dazwischen wird nicht komplett ausgefüllt, sondern mit einem Muster belegt. So sparst du Material, Gewicht und Zeit, ohne dass das Teil hohl und instabil wird.
Der Prozentwert gibt an, wie viel des Innenraums tatsächlich mit Material gefüllt ist. Bei 0 % ist das Teil hohl, bei 100 % massiv. Im Slicer wählst du außerdem das Muster. Gebräuchlich sind zum Beispiel Gitter, Linien, Waben oder Gyroid, eine geschwungene, in alle Richtungen ähnlich feste Struktur.
Wie viel Infill brauchst du?
Das hängt vom Zweck des Teils ab. Typische Richtwerte:
- Dekoration und Figuren: meist etwa 10 bis 15 %.
- Alltagsgegenstände und Halterungen: häufig 15 bis 25 %.
- Belastete Teile wie Zahnräder oder Halter: typisch 30 bis 50 %.
- Über 50 % lohnt sich nur selten, weil Zeit und Material stark steigen.
Oft bringt die Wandstärke mehr Festigkeit als ein hoher Füllgrad. Zwei bis vier Wandlinien sind ein üblicher Bereich. Das Muster wirkt sich ebenfalls aus: Waben und Gyroid verteilen Kräfte gleichmäßiger, Linienmuster drucken schnell. Bei flachen Teilen mit offener Oberseite sind genügend Deckschichten wichtig, damit das Muster nicht durch die Oberfläche scheint.
Bei der Wahl hilft eine einfache Frage: Muss das Teil Kräfte aufnehmen, oder soll es nur gut aussehen? Soll es schwimmen oder leicht sein, genügt wenig Füllung. Soll es belastet werden, setze lieber auf mehr Wände als auf extreme Prozentwerte. Teste Einstellungen an einem kleinen Probeteil.
Noch ein Praxistipp: Bei Teilen, die später Schrauben aufnehmen sollen, lohnt sich mehr Material rund um die Bohrungen. Das erreichst du über zusätzliche Wandlinien, nicht über einen höheren Füllgrad im ganzen Teil. Dadurch bleibt der Druck effizient, und die belasteten Stellen erhalten trotzdem den nötigen Halt. Moderate Werte sind für den Alltag meist die beste Wahl.
In der Praxis
Die Standardwerte der Slicer-Profile sind für viele Modelle ein guter Anfang. Verändere dann gezielt das, was dein Teil braucht. Wie sich Füllgrad und Material auf den Preis auswirken, zeigt dir der Druckkosten-Rechner. Auch die Schichthöhe beeinflusst, wie lange ein Druck mit hohem Infill dauert.



