Kurz gesagt
Der SUNLU S4 ist die beste Wahl für die meisten, weil er vier Spulen bis 70 °C gleichmäßig trocknet. Wer Nylon oder PC trocknet, braucht die 85 °C des Creality Space Pi X4. Für eine einzelne PLA-Spule genügt der SUNLU S1 Plus mit 55 °C.
Feuchtes Filament zeigt sich durch Knistern, Blasen und Fäden an der Düse. Diese Seite hilft dir, den passenden Filamenttrockner für deine Materialien zu finden. Sie vergleicht sechs Modelle von der günstigen Einzelspule bis zum Vierspulen-Gerät mit 85 °C. Wie Feuchtigkeit ins Filament kommt, erklärt der Beitrag Filament ist feucht: Ursachen und Lösungen.
Unsere Empfehlungen im Überblick
| Modell | Ideal für | Spulen | Max. Temperatur | Heizleistung | Unser Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| SUNLU S4 | Mehrere Spulen, PETG und TPU | 4 | 70 °C | 350 W | Großer Allrounder |
| Creality Space Pi X4 | Nylon und PC, zwei Materialien parallel | 4 | 85 °C | 2 × 200 W | Heißester im Vergleich |
| SUNLU S2 | Einzelspule, auch ABS und Nylon | 1 | 70 °C | keine Angabe | Kompakt mit Reserve |
| Creality Space Pi | Einzelspule mit Timer bis 48 h | 1 | 70 °C | 80 W | Solider Einzelplatz |
| SUNLU S1 Plus | PLA-Einsteiger mit Feuchteanzeige | 1 | 55 °C | keine Angabe | Günstiger Einstieg |
| eSUN eBOX Lite | Drei feste Temperaturstufen | 1 | 55 °C | keine Angabe | Simpel, aber begrenzt |
Angaben laut Hersteller bzw. Händlerdatenblatt.
Platz 1: SUNLU S4 – für alle, die mehrere Spulen trocknen

SUNLU S4
Vier Spulen bis 70 °C mit gleichmäßiger Wärme, ideal für PETG und TPU in Serie.
- Vier 1-kg-Spulen gleichzeitig
- Gleichmäßige Temperatur im Testbericht
- Durchführungen zum Drucker
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Der SUNLU S4 nimmt bis zu vier 1-kg-Spulen in zwei Fächern auf. Er heizt mit 350 W und drei Umluftlüftern bis 70 °C. Laut Testbericht von techtest.org ist er 516 × 278 × 350 mm groß und wiegt 4,8 kg.
Stärke ist die Auslastung. Im Test hielt das Gerät die eingestellte Temperatur gleichmäßig, oben nur minimal kühler als unten. Bei 70 °C verbrauchte es in sechs Stunden 814,3 Wh, bei 50 °C waren es 406,0 Wh. Voll beladen sinkt der Verbrauch pro Spule deutlich: Auf vier Spulen verteilt sind das rechnerisch rund 204 Wh je Spule bei 70 °C.
Schwächen gibt es ebenfalls. Beide Fächer teilen sich eine Temperatur, du kannst also PLA und Nylon nicht gleichzeitig trocknen. Das Menü ist laut Test fummelig. Den „Trockenbox“-Modus hält der Tester für Energieverschwendung, weil er dauerhaft heizt. Die Wassermenge, die den Spulen entzogen wurde, lag zwischen 0 und 7 g (PETG) und 0 und 3 g (PLA).
Für wen: Du druckst regelmäßig PETG oder TPU und willst mehrere Spulen auf einmal vorbereiten. Für eine einzelne PLA-Spule ist er überdimensioniert.
Platz 2: Creality Space Pi X4 – 85 °C und zwei getrennte Kammern

Creality Space Pi X4
Vier Spulen in zwei getrennten Kammern mit bis zu 85 °C für technische Materialien.
- Bis 85 °C laut Hersteller
- Zwei unabhängige Heizkammern
- Spulen bis 2 kg
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Der Creality Space Pi X4 trocknet vier Spulen in zwei unabhängig geregelten Heizkammern. Laut Hersteller reicht der Bereich von 45 bis 85 °C. Er hat zwei PTC-Heizelemente mit je 200 W und eine Nennleistung von 360 W. Die Trockenzeit stellst du von 1 bis 48 Stunden ein.
Der Vorteil gegenüber dem S4: Jede Kammer bekommt ihre eigene Temperatur. So trocknest du in der einen Kammer PLA bei 45 °C und in der anderen Nylon bei 80 °C. Spulen bis 200 mm Durchmesser und 150 mm Breite passen hinein, auch 2-kg-Spulen. Zusätzlich gibt es einen Lagermodus mit Trockenmittel und Einwegventil.
Schwächen: Eine Luftfeuchtigkeitsanzeige nennt der Hersteller nicht, es ist nur ein Temperaturfühler am Luftauslass aufgeführt. Mit 5 kg ist das Gerät schwer. Beim Trocknen bei 80 °C und mehr gilt: Stelle das Gerät in einen gut belüfteten Raum, denn Materialien wie ABS und Nylon können beim Erwärmen riechen. Prüfe außerdem, ob die Spule selbst die gewählte Temperatur verträgt.
Für wen: Du druckst technische Materialien wie PA oder PC oder trocknest zwei verschiedene Sorten parallel.
Platz 3: SUNLU S2 – Einzelspule mit 70 °C

SUNLU Filamenttrockner S2
Trocknet feuchtes Filament, das Fäden zieht oder knistert.
- Bis 70 °C laut Hersteller
- 360°-Rundumheizung
- Drucken direkt aus der Box
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Der SUNLU S2 trocknet eine Spule und erreicht laut Vergleichstext von GoodPrints3D bis zu 70 °C. Damit liegt er 15 °C über dem S1 Plus. Das gibt Reserve für nasses PETG, TPU, ABS, ASA und Nylon.
Der Hersteller setzt auf 360°-Heizplatten aus Aluminium, die Hotspots wie bei reiner Bodenheizung vermeiden sollen. Die Bedienung ist einfach gehalten. Eine Feuchteanzeige oder einen Lüfter nennt der genannte Vergleich nicht.
Schwächen: Er trocknet nur eine Spule gleichzeitig und kostet mehr als der S1 Plus. Eine Heizleistung ist in den ausgewerteten Quellen nicht angegeben.
Für wen: Du hast wenig Platz, druckst aber auch Materialien über 55 °C Trocknungstemperatur.
Platz 4: Creality Space Pi – Einzelplatz mit langem Timer

Creality Space Pi
Einzelspulen-Trockner mit 45 bis 70 °C und Timer bis 48 Stunden.
- 80-W-PTC-Heizung
- Timer 0 bis 48 Stunden
- Sparsam bei einer Spule
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Der Creality Space Pi trocknet bis zu 1 kg Filament. Laut Händlerdatenblatt arbeitet ein 80-W-PTC-Heizelement im Bereich von 45 bis 70 °C. Der Timer läuft von 0 bis 48 Stunden. Er akzeptiert 1,75 und 2,85 mm Filament auf Spulen bis 200 mm Durchmesser und 79 mm Breite.
Im Verbrauchsvergleich von techtest.org verbraucht der S4 etwa 2,2- bis 2,5-mal so viel Energie wie der einzelne Space Pi. Für eine einzelne Spule ist der kleine Creality also sparsamer.
Schwächen: Breite Spulen über 79 mm passen nicht. Dazu zählen manche 2-kg-Rollen und Spulen mit besonders breitem Kern. Prüfe das Maß deiner Spule vor dem Kauf. Mehr als 70 °C sind nicht möglich.
Für wen: Du trocknest meist eine Spule PLA, PETG oder TPU und willst lange Zeiten einstellen.
Platz 5: SUNLU S1 Plus – günstiger Einstieg mit Feuchteanzeige

SUNLU Filamenttrockner S1 Plus
Einfache Trockenbox mit Umluft für PLA, PETG und TPU.
- Eingebauter Umluftventilator
- Für 1,75- und 2,85-mm-Filament
- Drucken aus der Box
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Der SUNLU S1 Plus arbeitet laut GoodPrints3D im Bereich von 35 bis 55 °C. Er hat einen Umluftlüfter, zwei Temperaturfühler und einen 2-Zoll-Bildschirm mit relativer Luftfeuchtigkeit und Restzeit. Der Hersteller empfiehlt ihn für PLA und ABS-Erhalt; der genannte Vergleich sieht ihn für PLA, PETG und TPU im Erhaltungsbetrieb.
Wichtig zu wissen: Der Feuchtewert zeigt die Luft im Gerät, nicht die Feuchte im Kern der Spule. Als Messgerät für das Filament taugt er nur eingeschränkt.
Schwächen: Bei 55 °C ist Schluss. Für Nylon, PC oder ASA nach Herstellerangaben reicht das nicht. PLA und PETG nach Prusa-Angabe (45 beziehungsweise 55 °C) liegen im Bereich.
Für wen: Du druckst vor allem PLA und willst das Filament günstig trocken halten.
Platz 6: eSUN eBOX Lite – drei feste Stufen

eSUN eBOX Lite
Trockenbox, die Filament staub- und feuchtigkeitsgeschützt hält.
- Staub- und feuchtigkeitsdicht laut Hersteller
- Für gängige Spulengrößen
- Drucken aus der Box
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Die eSUN eBOX Lite heizt mit einer Polyimid-Heizung, einer gebogenen Metallplatte und einem Lüfter. Laut SainSmart-Beschreibung gibt es drei Stufen: 40 °C für PLA, 50 °C für ABS und PETG, 55 °C für TPU, PVA, PC und Nylon. Ein Timer läuft bis 18 Stunden. Ein Zugang mit Schlauch führt das Filament direkt zum Drucker.
Hier gilt: Die höchste Stufe liegt bei 55 °C. Das ist niedriger als die Herstellerwerte aus der Tabelle unten für Nylon (80 °C bei Bambu Lab) oder PC (80 °C). Die Zuordnung des Händlers für diese Materialien ist deshalb als Erhaltungsbetrieb zu verstehen, nicht als gründliche Trocknung. Es gibt keine freie Temperaturwahl. Die Spulengröße ist auf 200 × 73 mm begrenzt.
Für wen: Du willst ein Gerät ohne Einstellmenü und druckst vor allem PLA oder PETG.
Welche Trockentemperatur gilt für welches Material?
Die Trockentemperatur hängt vom Material ab: PLA 45 °C, PETG 55 bis 70 °C, TPU 60 bis 70 °C, ASA 70 bis 80 °C und Nylon um 80 °C. Die Werte stammen aus Herstellerangaben von Prusa, Bambu Lab und Polymaker, wie sie PrintPal zusammenstellt.
| Material | Herstellerangaben (Temperatur / Zeit) | Reicht dein Gerät? |
|---|---|---|
| PLA | Prusa: 45 °C / 6 h | Alle sechs Modelle |
| PETG | Prusa: 55 °C / 6 h; Bambu Lab: 70 °C / 8 h | Alle; für 70 °C ab S2, Space Pi, S4, X4 |
| TPU | Prusa: 60 °C / 4–6 h; Bambu Lab und Polymaker: 70 °C / 8 h | Ab S2, Space Pi, S4, X4 |
| ASA | Prusa: 80 °C / 4 h; Polymaker: 70 °C / 6–7 h; Bambu Lab: 80 °C / 8 h | Für 80 °C nur Space Pi X4 |
| Nylon (PA) | Bambu Lab: 80 °C / 8–12 h | Nur Space Pi X4 |
| PC | Prusa PC Blend: 85 °C / 5 h; Bambu Lab: 80 °C / 8 h | Nur Space Pi X4 |
Angaben laut Hersteller, zusammengestellt von PrintPal. Maßgeblich ist immer das Etikett deiner Spule.
PLA verträgt die wenigste Wärme. PrintPal nennt eine Obergrenze von etwa 55 °C. Wer PLA heißer trocknet, riskiert verformte Spulen und verklebte Lagen. Bei PETG und TPU lohnt sich mehr Wärme, weil beide Materialien Wasser aus der Umgebung aufnehmen.
Sicherheit: Trockne ABS, ASA, Nylon und PC in einem gut belüfteten Raum, nicht im Wohn- oder Schlafzimmer. Die Materialien können beim Erwärmen riechen. Stelle das Gerät auf eine feuerfeste, stabile Fläche und lass es nicht tagelang unbeaufsichtigt laufen.
Warum muss Filament überhaupt getrocknet werden?
Filament ist hygroskopisch: Es nimmt Wasser aus der Luft auf. Beim Erhitzen in der Düse verdampft das Wasser und es entstehen Blasen. Laut Polymaker führt feuchtes Filament zu „Popping“ und „Cracking“ beim Extrudieren und zu schwer erklärbaren Defekten.
Typisch ist Stringing. Bevor du an der Retraction drehst, solltest du prüfen, ob das Filament feucht ist. Hilfe zur Fehlersuche gibt der Ratgeber Stringing beheben.
Woran erkennst du feuchtes Filament?
Feuchtes Filament verrät sich beim Druck. Laut Polymaker treten Knacken und Platzen an der Düse auf, dazu kommen Defekte, die sich schwer einer Ursache zuordnen lassen. Typische Zeichen sind Blasen an der Düse, raue Oberflächen und Fäden zwischen Druckteilen.
Auch fertige Teile verändern sich. Polymaker beschreibt, dass aufgenommene Feuchtigkeit Bauteile leicht wachsen lässt, die Steifigkeit senkt und die Schlagzähigkeit erhöht. Zugfestigkeit und Biegemodul sinken. Für funktionale Teile ist trockenes Filament deshalb mehr als eine Frage der Optik.
Ein einfacher Ablauf hilft: Trockne die auffällige Spule nach Herstellerangabe, drucke einen Testkörper und vergleiche ihn mit dem alten Ergebnis. Wird das Bild sauberer, war Feuchtigkeit die Ursache. Bleibt das Problem, suche bei den Druckeinstellungen weiter.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Fünf Kriterien entscheiden. Die Regel für die Auswahl nennen wir den „Obergrenzen-Check“: Das heißeste Material, das du druckst, bestimmt die Mindesttemperatur des Geräts.
- Maximaltemperatur: 55 °C (S1 Plus, eBOX Lite) genügt für PLA. 70 °C (S2, Space Pi, S4) deckt PETG und TPU ab. 85 °C (Space Pi X4) braucht, wer Nylon oder PC trocknet.
- Spulenzahl: Eine Spule heißt ein Gerät je Material. Vier Spulen (S4, X4) sparen Zeit und sind pro Spule energieeffizienter, wenn sie voll beladen sind.
- Spulenmaß: Der Space Pi nimmt maximal 79 mm Breite, die eBOX Lite 73 mm, der X4 bis 150 mm.
- Getrennte Kammern: Nur der X4 trocknet zwei Materialien gleichzeitig bei verschiedenen Temperaturen.
- Durchführung zum Drucker: Der S4 hat zwei Durchführungen je Spule, die eBOX Lite einen Zugang mit Schlauch. So bleibt das Filament auch beim Drucken trocken.
Welche Filamentsorte zu deinem Drucker passt, findest du im Filament-Finder. Lagerst du Spulen zusätzlich in einem Gehäuse, helfen Zubehör-Tipps rund um den Drucker weiter.
So haben wir verglichen
Wir haben Datenblätter der Hersteller, Händlerangaben und unabhängige Testberichte ausgewertet. Bewertet wurden Maximaltemperatur, Kapazität, Heizleistung, Bedienung und Eignung für typische Materialien. Eigene Messungen geben wir nicht vor. Alle Zahlen sind gekennzeichnet und mit Quelle hinterlegt. Mehr zum Vorgehen steht auf der Seite Methodik.
Trockenbox-Modus: Sinnvoll oder Stromverschwendung?
Der Test von techtest.org kommt beim S4 zu einem klaren Ergebnis: Der Trockenbox-Modus heizt dauerhaft und trocknet das Filament laut Tester nicht besser. Der Tester empfiehlt Vakuumbeutel für die Lagerung. Ein Leserkommentar nennt Boxen mit Trockenmittel als weitere Lösung.
Die Regel daraus: Trockne gezielt vor dem Druck, lagere danach luftdicht. Ein Gerät, das 70 °C erreicht, muss nicht dauerhaft laufen.
Fazit
Für die meisten Haushalte mit mehreren Spulen ist der SUNLU S4 die beste Wahl. Wer Nylon, PC oder ASA nach Herstellerangabe trocknet, braucht die 85 °C des Creality Space Pi X4. Eine einzelne Spule trocknet der SUNLU S2 mit 70 °C-Reserve oder der Creality Space Pi mit langem Timer.
Wer nur PLA verarbeitet und wenig ausgeben will, greift zum SUNLU S1 Plus. Die eSUN eBOX Lite passt, wenn du feste Stufen bevorzugst und kein Menü willst.
Quellen
- SUNLU S4 Filamenttrockner 2026 im Test (techtest.org)
- Creality SpacePi X4 – Herstellerseite
- Creality SpacePi X4 Filament Drying Box (3DJake)
- Creality SpacePi Single Slot Filament Dryer (Scan)
- SUNLU S1 Plus vs. SUNLU S2 (GoodPrints3D)
- eBOX Lite Filament Dryer (SainSmart)
- Filament drying guide – temperatures, times and methods (PrintPal)
- How to Dry Your Filament (3DPrintBeginner)
- Moisture Conditioning (Polymaker Wiki)
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