Glossar · Druckfehler

Stringing (Fadenziehen)

Dünne Fäden zwischen zwei Teilen müssen nicht sein: Ursachen erkennen und gezielt beheben.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

Stringing, auf Deutsch Fadenziehen, bezeichnet dünne Kunststofffäden, die zwischen getrennten Bereichen eines Drucks entstehen. Die Düse tropft oder zieht beim Verfahren Schmelze nach. Häufige Gründe sind zu hohe Temperatur, falsche Retraction und feuchtes Filament.

Was ist Stringing?

Stringing sieht aus wie Spinnweben oder Haare zwischen zwei Säulen, Spitzen oder Teilen eines Modells. Der Name kommt vom englischen „string“, also Faden. Die Fäden entstehen, wenn der Druckkopf ohne Extrusion von einer Stelle zur nächsten fährt und dabei noch Schmelze aus der Düse austritt.

Im Gegensatz zu einem Materialklumpen, dem sogenannten Blob, sind die Fäden meist fein und lassen sich mit einem Feuerzeug-Hauch oder einer Pinzette entfernen. Sie sind aber ein verlässliches Signal dafür, dass im Zusammenspiel von Material, Temperatur und Retraction etwas nicht stimmt.

Woran erkennst du die Ursache von Stringing?

Gehe die Auslöser der Reihe nach durch. Die folgende Übersicht zeigt, was typischerweise dahintersteckt:

Anzeichen Mögliche Ursache Abhilfe
Fäden und Blasen, knisterndes Geräusch Feuchtes Filament Filament trocknen und trocken lagern
Viele feine Fäden, glänzende Oberfläche Düsentemperatur zu hoch In kleinen Schritten senken, meist um 5 °C
Fäden nur an langen Leerfahrten Retraction zu gering Länge oder Geschwindigkeit moderat erhöhen
Fäden und Lücken im Wechsel Retraction zu stark oder zu schnell Werte wieder zurücknehmen

Weitere Hebel sind eine höhere Verfahrgeschwindigkeit bei Leerfahrten, die Funktion „Combing“ im Slicer, die den Kopf möglichst innerhalb des Modells fahren lässt, sowie eine saubere Düse. Auch die Materialsorte spielt eine Rolle. PETG neigt meist stärker zu Fäden als PLA, weil es zäher fließt und mehr Feuchtigkeit aufnimmt.

  • Zuerst trocknen, dann die Temperatur prüfen, zuletzt die Retraction anpassen.
  • Immer nur einen Wert pro Testdruck ändern.
  • Einen Test mit zwei Türmen im Abstand nutzen, um Fortschritte zu sehen.

Ein Beispiel: Du druckst zwei Türme mit Abstand und siehst Fäden dazwischen. Senke zuerst die Temperatur um 5 °C und drucke neu. Bleiben die Fäden, trockne das Filament für einige Stunden. Erst danach lohnt es sich, Länge und Geschwindigkeit des Rückzugs zu verändern. So findest du die Ursache, ohne mehrere Stellschrauben gleichzeitig zu verstellen.

Auch die Düse selbst kann Fäden begünstigen. Reste von altem Material, Ablagerungen oder eine abgenutzte Öffnung stören den Schmelzfluss und führen zu Nachtropfen. Reinige sie daher regelmäßig, zum Beispiel mit einem Kaltzug.

In der Praxis

Mit etwas Systematik lässt sich Stringing fast immer beseitigen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du im Ratgeber Stringing vermeiden: Ursachen und Lösungen. Wenn ein Rest bleibt, ist das bei manchen Filamenten normal. Dann genügt oft Nachbearbeitung mit einem Skalpell oder einem Heißluftföhn auf niedriger Stufe, den du nur kurz und mit Abstand einsetzt.

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026