Kurz gesagt
3MF (3D Manufacturing Format) ist ein offenes Dateiformat für den 3D-Druck. Eine 3MF-Datei bündelt Modell, Maßeinheit, Farben, Materialzuweisungen und oft auch Slicer-Einstellungen in einem komprimierten Archiv und ersetzt damit in vielen Fällen die ältere STL-Datei.
Was ist eine 3MF-Datei?
3MF steht für „3D Manufacturing Format“. Das offene Format wurde von einem Industriekonsortium entwickelt, um die Schwächen älterer Dateitypen im 3D-Druck zu beheben. Technisch ist eine 3MF-Datei ein komprimiertes Archiv, das ein Modell als XML-Beschreibung zusammen mit Zusatzdaten bündelt.
Die bekannte STL-Datei speichert nur die Oberfläche als Dreiecksnetz. Maßeinheit, Farben und Materialien fehlen. 3MF kann dagegen mehrere Objekte, ihre Position auf der Druckplatte sowie Farb- und Materialzuweisungen enthalten. Viele Slicer legen außerdem ihre Profile und Einstellungen in der Datei ab. Dann sprichst du von einem Projekt, das du später genau so wieder öffnest. Gerade für Einsteiger ist das praktisch, weil weniger Angaben von Hand nachgetragen werden müssen. Mit der Zeit sammeln sich so fertige Projektdateien an, auf die du jederzeit zurückgreifen kannst.
Wann lohnt sich 3MF statt STL?
Für ein einzelnes, einfarbiges Teil genügt STL meist völlig. Bei komplexeren Aufgaben spielt 3MF seine Stärken aus:
- Mehrfarbdruck: Die Zuordnung von Farben oder Filamenten zu einzelnen Bauteilen bleibt erhalten.
- Mehrere Objekte: Anordnung und Skalierung auf dem Druckbett gehen nicht verloren.
- Maßeinheit: Sie ist hinterlegt. Das Modell kommt also nicht plötzlich um den Faktor 25,4 zu groß oder zu klein im Slicer an.
- Projektdaten: Einstellungen lassen sich mitspeichern, sodass andere deinen Stand genau nachbauen können.
- Dateigröße: Durch die Kompression sind 3MF-Dateien oft kleiner als vergleichbare STL-Dateien.
Es gibt auch Grenzen. Welche Einstellungen gespeichert werden, hängt vom jeweiligen Slicer ab. Ein Projekt aus Slicer A öffnet Slicer B deshalb nicht zwingend vollständig. Das reine Modell lässt sich aber in der Regel übertragen. Auch nicht jedes Konstruktions- oder Reparaturprogramm unterstützt 3MF gleich gut. Das ist ein kleiner Mehraufwand, der später Ärger erspart. Im Zweifel exportierst du zusätzlich eine STL als Sicherheitskopie.
Wichtig: Eine 3MF ist noch kein druckbarer G-Code. Den erzeugt der Slicer erst im nächsten Schritt aus Modell und Einstellungen.
In der Praxis
Arbeitest du mit Mehrfarbsystemen oder teilst du Projekte mit anderen, speicherst du am besten als 3MF und hältst die STL als Backup bereit. Welche Geräte mit mehreren Farben umgehen können, zeigt der Überblick zu mehrfarbigen 3D-Druckern. Der Satz gilt aber auch ohne diesen Schritt: Wer nur einfarbige Einzelteile druckt, kommt mit STL weiterhin gut zurecht.



