Kurz gesagt
G-Code ist eine Textdatei mit Steuerbefehlen, die dem 3D-Drucker Zeile für Zeile sagt, wohin er fahren, wie viel Material er fördern und welche Temperaturen er halten soll. Der Slicer erzeugt ihn aus dem 3D-Modell, der Drucker liest ihn beim Druck ab.
Was ist G-Code?
G-Code ist keine Erfindung des 3D-Drucks. Die Befehlssprache stammt aus der Steuerung von CNC-Maschinen und wird dort schon lange verwendet. Der Drucker arbeitet die Datei von oben nach unten ab, jede Zeile ist ein Befehl. Er enthält keine Modellform mehr, sondern nur noch Bewegungen und Einstellungen.
Erzeugt wird die Datei vom Slicer. Er berechnet aus deinem Modell alle Wege und schreibt sie als Text auf. Die Dateiendung ist meist .gcode, einige Systeme nutzen eigene Formate. Weil verschiedene Firmwares leicht unterschiedliche Befehle verstehen, ist ein G-Code nicht immer auf jedem Drucker lauffähig. Er sollte zum Gerät passen, für das du ihn erzeugt hast.
Wie liest du G-Code?
Du musst ihn nicht von Hand schreiben, aber ein paar Zeilen zu verstehen hilft bei der Fehlersuche. Jede Zeile beginnt mit einem Buchstaben-Zahlen-Code, danach folgen Parameter. Gängige Beispiele:
- G28 fährt alle Achsen in die Grundposition (Homing).
- G1 bewegt die Düse, mit X, Y und Z als Zielposition, E für das geförderte Filament und F für die Geschwindigkeit.
- M104 setzt die Düsentemperatur, M140 die Betttemperatur.
- M109 und M190 warten, bis die Zieltemperatur erreicht ist.
Am Anfang jeder Datei steht der Start-Block mit Aufheizen und Homing, am Ende der End-Block, der Heizungen ausschaltet und den Druckkopf wegfährt. Diese Blöcke legst du im Slicer pro Druckerprofil fest. Kommentare mit Semikolon sind ein nützlicher Hinweis, welche Schicht oder welcher Bereich gerade gedruckt wird, und werden vom Drucker ignoriert.
Eine Datei lässt sich auch nachträglich im Texteditor ansehen. Das ist praktisch, wenn du prüfen willst, ob Temperaturen und Start-Befehle stimmen. Ändere dort aber nur etwas, wenn du genau weißt, was ein Befehl bewirkt, denn ein falscher Wert kann den Druck stören.
Ein Hinweis zur Größe: Je feiner die Schichthöhe und je komplexer das Modell, desto mehr Zeilen enthält die Datei. Sie kann deshalb schnell mehrere Megabyte groß werden. Das ist normal und für den Drucker kein Problem, solange der Speicher oder die Verbindung stabil sind. Bewahre die Datei ruhig auf, wenn der Druck gut gelungen ist, dann kannst du ihn später ohne neues Slicing wiederholen.
In der Praxis
Im Alltag begegnet dir G-Code vor allem als Datei, die du per Speicherkarte, USB oder Netzwerk an den Drucker schickst. Welche Programme ihn erzeugen und welche Vorteile sie bieten, erklärt unser Überblick zu Slicer-Software. Bei Fehlern lohnt sich ein Blick in den Start-Block, denn dort entstehen die meisten Probleme.



