Kurz gesagt
Für die meisten Einsteiger ist ein Standard-Resin die beste Wahl: Es liefert feine Details bei überschaubarem Aufwand. Wasserwaschbares Resin spart den Alkohol, ABS-like Resin ist für Prototypen gedacht. Alle Sorten reizen die Haut, deshalb gehören Nitril-Handschuhe, Lüftung und getrennte Entsorgung immer dazu.
Resin ist flüssiges Photopolymer, das ein MSLA-Drucker Schicht für Schicht mit UV-Licht aushärtet. Für den Einstieg nimmst du ein Standard-Resin. Zum Spülen mit Wasser passt wasserwaschbares Resin, für belastbare Teile ein ABS-like Resin. Diese Seite ordnet vier Harztypen nach Einsatzzweck und erklärt die Sicherheitsregeln, die für alle gelten. Die Basis zum Drucker findest du auf der Seite Resin-Drucker im Überblick.
Tipp: Das Harz muss zur Wellenlänge deines Druckers passen. Die hier genannten Harze sind laut Hersteller für 405 nm ausgelegt, die Standardwellenlänge der meisten LCD-Drucker.
Unsere Empfehlungen im Überblick
| Harztyp (Herstellerbeispiel) | Ideal für | Kernwerte laut Hersteller | Urteil |
|---|---|---|---|
| Standard-Resin (Prusament Resin Model+) | Miniaturen, Figuren, Schaumodelle | 405 nm; 2–2,4 s je 0,05-mm-Schicht (SL1S); BPA-frei; geringer Geruch | Bester Allrounder |
| Wasserwaschbar (Elegoo Water Washable 2.0) | Einsteiger, Klassenraum, Miniaturen | 405 nm; Spülen mit Wasser statt Alkohol; nicht für tragende Teile | Bequemer Einstieg |
| ABS-like (Elegoo ABS-like Resin 3.0) | Funktionale Prototypen, Musterteile | 405 nm; höhere Zähigkeit als Standard-Resin; keine Zahlenwerte im Shop | Für Prototypen |
| Pflanzenbasiert (Anycubic Plant-based UV Resin 2.0) | Geruchsempfindliche, Figuren | Sojabasiert; 300–350 mPa·s; Schrumpfung 3,8–4,5 % | Mild, aber nicht harmlos |
Angaben laut Hersteller.
Platz 1: Standard-Resin – der Allrounder für Modelle
Standard-Resin ist das Referenzmaterial für Figuren, Miniaturen und Schaumodelle. Als Herstellerbeispiel dient das Prusament Resin Model+. Laut Prusa ist es ein 405-nm-Harz für SLA- und MSLA-Drucker, frei von Bisphenol A und mit niedrigem Geruch. Für den Prusa SL1S nennt der Hersteller 2–2,4 Sekunden je 0,05-mm-Schicht und 7–8 Sekunden für die erste Schicht.
Gewaschen wird mit DPM oder Isopropanol (IPA). Prusa empfiehlt eine Nachhärtung von mindestens 5 Minuten. Als Schwächen nennt der Hersteller selbst eine geringe Hitzebeständigkeit und eine Vergilbung bei sehr langer Nachhärtung. Die Vergilbung geht laut Prusa mit Zeit oder Wärme zurück.
Standard-Resin passt zu dir, wenn du Detailtreue willst und keine mechanische Belastung planst. Es ist spröder als ABS-like Harz. Bei einem neuen Harz lohnt ein Testdruck zur Belichtungszeit, die du in Belichtungszeit erklärt nachlesen kannst. Wichtig ist die Reinigung mit Alkohol: Sie kostet Geld und braucht Platz.
Platz 2: Wasserwaschbares Resin – bequem, aber mit Einschränkung
Wasserwaschbares Resin lässt sich nach dem Druck mit Wasser abspülen. Das spart Alkohol und ist für Einsteiger angenehm. Als Beispiel gilt das Elegoo Water Washable 2.0. Laut Shop-Beschreibung ist es ein 405-nm-Harz für LCD-, MSLA- und DLP-Drucker und für Miniaturen, Schaumodelle und Unterricht gedacht. Für funktionale oder tragende Teile ist es laut dieser Beschreibung nicht vorgesehen.
Der Ablauf: Flasche schütteln, Druck in Wasser spülen, vollständig trocknen lassen, dann unter UV nachhärten. Pro Farbe und Drucker musst du die Belichtung abstimmen. Transparente Töne brauchen laut Händler teils andere Einstellungen.
Tipp: Spülwasser mit unausgehärtetem Harz bleibt Harzabfall. Das schreibt der Händler ausdrücklich. Gieß es nicht in den Abfluss, sondern härte es in einem Behälter unter UV-Licht aus und entsorge es nach den örtlichen Regeln.
Wasserwaschbar heißt also nicht ungefährlich. Handschuhe bleiben Pflicht. Wer später auf größere Wasch- und Härtegeräte umsteigt, findet Optionen unter Resin-Waschstationen im Überblick.
Platz 3: ABS-like Resin – für Teile, die etwas aushalten sollen
ABS-like Resin ist ein Mischharz, das zäher sein soll als Standard-Resin. Bei Elegoo heißt es ABS-like Resin 3.0. Laut Produktseite bietet es höhere Festigkeit, Schlagfestigkeit und Zähigkeit als herkömmliches Standard-Resin, bei niedriger Viskosität und geringer Schrumpfung. Der Hersteller nennt funktionale Prototypen, mechanische Musterteile und CAD-Designprüfungen als Einsatz.
Konkrete Zahlen zu Zugfestigkeit oder Bruchdehnung nennt die geprüfte Händlerseite nicht. Der Hersteller rät, ein Teil nach Waschen und Nachhärten unter realen Bedingungen zu testen, bevor es Last tragen soll. Dem schließen wir uns an. Verlass dich nicht auf den Namen: ABS-like heißt nicht, dass das Teil sich wie gespritztes ABS verhält.
Für wen? Für Bastler, die Gehäuse, Halter oder Clips testen. Für wen nicht? Für alle, die hohe Hitze oder Dauerlast erwarten. Wer solche Teile braucht, schaut besser im Vergleich Resin oder Filament nach, ob ein FDM-Druck sinnvoller ist.
Platz 4: Pflanzenbasiertes Resin – milder Geruch, gleiche Vorsicht
Pflanzenbasiertes Resin ersetzt einen Teil der Erdöl-Rohstoffe durch Pflanzenöl. Das Anycubic Plant-based UV Resin 2.0 beschreibt der Hersteller als sojabasiertes Photopolymer. Den Soja-Anteil in Prozent nennt die Herstellerseite nicht. Der Geruch ist laut Merkmalsliste gering. Die FAQ spricht dagegen von geruchlos. Beides gleichzeitig stimmt nicht, rechne daher mit einem schwachen Geruch.
Technische Eckdaten laut Anycubic: Viskosität 300–350 mPa·s bei 25 °C, volumetrische Schrumpfung 3,8–4,5 %. Die Nachhärtung läuft bei 405 nm in 3–5 Minuten. Zum Reinigen empfiehlt die Anleitung rund 10 Minuten im Wash-&-Cure-Gerät mit mindestens 95 % Alkohol.
Das Harz passt zu Figuren und Dekoteilen für Menschen, die Geruch stört. Es bleibt trotzdem ein Photopolymer. Hautkontakt und unausgehärtete Reste sind genauso zu behandeln wie bei anderen Harzen.
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Worauf du achten solltest
Welche Wellenlänge braucht dein Drucker?
Die meisten LCD-Drucker belichten mit 405 nm. Die vier genannten Harze sind laut Hersteller dafür ausgelegt. Das Anycubic-Harz deckt laut Datenblatt sogar 365–405 nm ab. Schau in das Handbuch deines Druckers, bevor du ein Harz kaufst. Eine Einführung zur Technik bietet MSLA erklärt.
Wie läuft der Resin-Workflow ab?
Der Ablauf ist bei allen vier Harztypen ähnlich, nur das Waschmittel unterscheidet sich. Erst schüttelst oder mischst du das Harz. Prusa verlangt, das Harz vor jeder Benutzung gründlich zu mischen. Dann druckst du und nimmst das Modell mit Handschuhen vom Druckbett. Danach folgen Waschen, Trocknen und Nachhärten.
Beim Waschen entfernst du das anhaftende flüssige Harz. Standard-, ABS-like und pflanzenbasiertes Harz wäschst du laut Herstellern mit Alkohol oder einem Reiniger, wasserwaschbares Harz mit Wasser. Beim Nachhärten bringt UV-Licht das Modell auf seine endgültige Festigkeit. Prusa nennt mindestens 5 Minuten für sein Harz, Anycubic 3–5 Minuten für das pflanzenbasierte. Zu lange Nachhärtung kann vergilben, wie Prusa selbst anmerkt.
Für diesen Ablauf brauchst du vier Dinge: Handschuhe, ein Waschgefäß, Papiertücher und eine UV-Quelle. Wer Zeit sparen will, nutzt ein kombiniertes Gerät. Die Optionen vergleichen wir auf der Seite Wash-and-Cure-Stationen. Der Fachbegriff dazu steht im Glossar unter Wash and Cure.
Welches Harz passt zu welchem Einsatz?
Die Wahl hängt vom Modell ab, das du drucken willst. Es gibt vier typische Fälle:
- Figuren und Miniaturen: Standard-Resin liefert die feinsten Details und lässt sich gut bemalen.
- Erste Versuche und Lernen: wasserwaschbares Resin senkt die Einstiegshürde, weil du keinen Alkohol brauchst.
- Prototypen und Halter: ABS-like Resin ist laut Hersteller zäher und schlagfester als Standard-Resin.
- Geruchsempfindliche Räume: pflanzenbasiertes Resin soll laut Anycubic mild riechen.
Diese Zuordnung gilt als Orientierung. Entscheidend sind die Herstellerdaten zu deinem Drucker und deinem Slicer-Profil. Einen Überblick über Slicer liefert Slicer-Software im Überblick.
Wie lagerst du Resin richtig?
Formlabs empfiehlt für sein Harz eine Lagerung bei 10–25 °C an einem trockenen, kühlen und gut belüfteten Ort. Das gilt als sinnvolle Faustregel auch für andere Harze, solange das Datenblatt nichts anderes sagt. Halte die Flasche verschlossen, wie Elegoo für sein ABS-like Harz rät. Bewahre Harz außer Reichweite von Kindern und Haustieren auf.
Direktes Tageslicht härtet Harz aus. Prusa warnt, verschüttetes Harz schnell aufzuwischen, bevor Tageslicht es aushärtet. Lagere Flaschen deshalb dunkel und stelle den Drucker nicht ans sonnige Fenster. Ein separater, gut belüfteter Aufstellort mit Fenster ist sinnvoll. Möglichkeiten für abgeschlossene Aufstellung zeigt Gehäuse für 3D-Drucker.
Was bringt die Farbe des Harzes?
Farbe und Transparenz ändern das Belichtungsverhalten. Der Händler OpenELAB weist für wasserwaschbares Elegoo-Resin darauf hin, dass du die Belichtung für jede Farbe und jeden Drucker abstimmen musst und dass transparente Töne teils andere Einstellungen brauchen. Plane daher für jedes neue Harz einen Testdruck ein.
Ein Farbwechsel kostet außerdem Material. Du musst Wanne und Folie sauber halten und die Farbe passend zum Einsatz wählen. Wer nur Prototypen druckt, kommt mit einer neutralen Farbe aus.
Resin oder Filament: Was passt zu dir?
Resin-Drucker belichten Schichten mit UV-Licht und erreichen damit sehr feine Oberflächen. Filament-Drucker schmelzen Kunststoffdraht und eignen sich für größere, robustere Teile. Resin braucht Nachbearbeitung mit Waschen und Härten, bei Filament entfallen diese Schritte. Welche Technik zu deinem Projekt passt, klärt der Vergleich Resin gegen Filament. Wer unsicher ist, startet meist mit einem FDM-Gerät und wechselt zu Resin, wenn Detailgrad wichtiger wird.
Prüfe vor dem Kauf zwei Dinge. Erstens: Hast du einen Platz mit Lüftung und Stauraum für Alkohol, Handschuhe und Abfall? Zweitens: Bist du bereit, nach jedem Druck zu waschen und zu härten? Wenn du beide Fragen mit Ja beantwortest, ist Resin eine gute Ergänzung.
Wie sicher ist der Umgang mit Resin?
Flüssiges Resin reizt die Haut und kann Allergien auslösen. Prusa führt für sein Harz die Gefahrenhinweise H315 (hautreizend), H317 (allergische Hautreaktion), H319 (starke Augenreizung) und H411 (giftig für Wasserorganismen). Formlabs rät zu chemikalienbeständigen Nitril- oder Neoprenhandschuhen, nicht zu Latex.
Bei Hautkontakt wäschst du mit Seife und Wasser. Formlabs warnt ausdrücklich davor, Harz mit IPA oder anderen Lösungsmitteln von der Haut zu entfernen. Im Arbeitsbereich isst, trinkst und rauchst du nicht. Lagere das Harz laut Formlabs bei 10–25 °C an einem gut belüfteten Ort. Mehr Hintergrund liefert 3D-Druck und Gesundheit.
Wie entsorgst du Resin richtig?
Unausgehärtetes Resin gehört nicht in den Hausmüll. Prusa ordnet flüssige Reste, damit verschmutzte Flaschen, Papiertücher und Modelle als gefährlichen Abfall ein. Vollständig ausgehärtete Modelle dürfen laut Prusa in den Restmüll. Verschüttetes Harz wischst du sofort mit Papiertüchern und IPA auf, bevor Tageslicht es aushärtet.
Die Regeln unterscheiden sich je nach Kommune. Frag deshalb bei deinem Wertstoffhof nach den örtlichen Vorgaben für Harzabfälle.
Was kostet der Betrieb wirklich?
Neben dem Harz zahlst du Alkohol oder Reiniger, Handschuhe, Filter, Papiertücher und Ersatz-FEP-Folie. Eine Kostenaufstellung findest du unter 3D-Druck-Kosten im Überblick. Wasserwaschbares Harz spart den Alkohol, nicht aber die Entsorgungsarbeit.
Für wen sich das nicht lohnt
Resin lohnt sich nicht, wenn du große, belastbare Teile brauchst. Dafür sind FDM-Drucker mit PETG oder ABS besser geeignet. Auch in kleinen Mietwohnungen ohne Lüftungsmöglichkeit ist Resin ungünstig, weil du Harz, Alkohol und Reste getrennt lagern musst. Für Kinder ist Resin nichts: Der Hersteller Elegoo warnt, unausgehärtetes Harz von Kindern und Haustieren fernzuhalten. Als Einstieg mit Kindern passen eher Geräte aus der Rubrik 3D-Drucker für Kinder.
Wer nur gelegentlich druckt, sollte ebenfalls zweimal nachdenken. Offene Harzflaschen und Reste altern, und die Arbeitsschritte kosten Zeit. Auch wer keinen festen Ort für Alkohol, Handschuhe und Abfall hat, sollte lieber bei Filament bleiben. Resin verzeiht Nachlässigkeit beim Aufräumen kaum.
So haben wir verglichen
Wir haben die Harze nicht selbst gedruckt. Der Vergleich beruht auf Herstellerangaben, Produktseiten und Sicherheitshinweisen von Prusa, Formlabs, Elegoo und Anycubic. Wir stellen Einsatzzweck, Waschmittel, Wellenlänge und belegte Kennwerte nebeneinander. Fehlende Zahlen kennzeichnen wir als fehlend. Die Kriterien erklärt So vergleichen wir ausführlich.
Fazit
Für die meisten Einsteiger ist ein Standard-Resin mit Herstellerdatenblatt die beste Wahl. Wasserwaschbares Resin macht die Reinigung bequemer, ändert aber nichts an der Schutzpflicht. ABS-like Harz lohnt sich nur für Prototypen, die du vorher testest. Pflanzenbasiertes Resin riecht milder, bleibt aber ein reizendes Photopolymer. Trage immer Nitril-Handschuhe, lüfte und entsorge Reste getrennt. Wer Miniaturen und Figuren druckt, startet mit Platz 1. Wer Prototypen testet, probiert ABS-like Harz zuerst an kleinen Teilen. Welche Station das Waschen und Härten übernimmt, zeigt die Seite zu Waschstationen.
Quellen
- Formlabs: Resin Care (Sicherheit, Handschuhe, Entsorgung)
- Prusa Research: Prusament Resin Model+ (Datenblatt, Gefahrenhinweise, Entsorgung)
- Anycubic: Plant-based UV Resin (Herstellerangaben)
- OpenELAB: Elegoo Water Washable 2.0 Resin (Produktseite, Sicherheitshinweise)
- OpenELAB: Elegoo ABS-like Resin 3.0 (Produktseite)
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