Kurz gesagt
Wer Alltagsteile, große Modelle und wenig Nacharbeit will, nimmt Filament. Wer feinste Details für Miniaturen oder Schmuck braucht und Handschuhe, Belüftung sowie Waschen und Aushärten einplant, nimmt Resin. Für Einsteiger ist Filament die bessere Wahl.
Filament oder Resin? Beide Verfahren drucken dreidimensionale Teile Schicht für Schicht. Sie arbeiten aber mit völlig anderer Technik, anderen Materialien und anderem Aufwand.
Wir zeigen die Unterschiede in der Tabelle und in fünf Duellen. Als Beispiele dienen der Bambu Lab A1 für Filament und der Elegoo Mars 5 Ultra für Resin. Alles zum Thema im Überblick bietet die Seite 3D-Drucker und die Übersicht Resin-Drucker.
Filament und Resin im direkten Vergleich
| Eigenschaft | Filament (FDM) | Resin (MSLA) |
|---|---|---|
| Prinzip | Geschmolzener Kunststoffdraht wird Schicht für Schicht abgelegt | Flüssigharz wird per UV-Licht ausgehärtet |
| Beispielgerät | Bambu Lab A1 | Elegoo Mars 5 Ultra |
| Bauraum laut Hersteller | 256 × 256 × 256 mm | 153,36 × 77,76 × 165 mm |
| Auflösung laut Hersteller | über die Schichthöhe einstellbar | 9K-Display, 18 µm in XY |
| Tempo laut Hersteller | je nach Modell und Material | bis 150 mm/h in der Höhe |
| Nachbearbeitung | Stützen entfernen, ggf. schleifen | Waschen, UV-Nachhärten, Stützen entfernen |
| Schutzbedarf | heiße Teile, Belüftung | Handschuhe, Augenschutz, Belüftung |
| Typisch für | Alltagsteile, Halter, große Modelle | Miniaturen, Schmuck, feine Details |
Angaben laut Hersteller (Bambu Lab, Elegoo über 3DJake).
Welches Verfahren druckt feinere Details?
Resin druckt feinere Details. Beim Mars 5 Ultra nennt der Händler 3DJake ein 9K-Display mit 8520 × 4320 Pixeln und 18 µm Auflösung in XY. Das reicht für Miniaturen und Schmuckmodelle.
FDM-Drucker arbeiten mit einer Düse, deren Durchmesser die Detailtiefe begrenzt. Die Schichthöhe lässt sich dennoch fein einstellen. 3DMag nennt als Beispiel einen Prusa MK4S mit 0,05 bis 0,30 mm.
Punkt für Resin. Bei Details liegt es klar vorn.
Welches Verfahren hat den größeren Bauraum?
Filament hat den größeren Bauraum. Der Bambu Lab A1 druckt laut Hersteller bis 256 × 256 × 256 mm. Der Elegoo Mars 5 Ultra erreicht 153,36 × 77,76 × 165 mm.
Wer große Teile braucht, landet daher bei FDM. Noch größere Bauräume findest du in unserer Bestenliste für große 3D-Drucker.
Punkt für Filament. Mehr Platz, weniger Teilen und Kleben.
Wie aufwendig ist die Nachbearbeitung?
Resin ist aufwendiger. Ein Resin-Druck muss nach dem Druck gewaschen, zum Beispiel mit IPA, und mit UV-Licht nachgehärtet werden. 3DMag nennt außerdem die Reinigung nach Fehldrucken als Aufwand.
Bei Filament entfernst du meist nur Stützen. Wer glatte Oberflächen will, schleift und grundiert zusätzlich. Passende Hilfen zeigt unser Überblick zu Waschstationen und zu Werkzeug-Sets.
Punkt für Filament. Es ist einfacher und sauberer.
Welches Verfahren ist sicherer für Zuhause?
Filament ist im Alltag unkomplizierter, aber kein Selbstläufer. 3DMag nennt für FDM heiße Oberflächen, bewegliche Teile sowie Partikel- und VOC-Emissionen. Belüftung und ein Gehäuse helfen, machen den Druck aber nicht risikofrei.
Bei Resin kommt direkter Hautkontakt mit ungehärtetem Harz hinzu. 3DMag nennt Handschuhe, Augenschutz und Belüftung als Standard und verweist auf die Sicherheitsdatenblätter. Harzreste gehören nicht in den Ausguss. Beachte die Entsorgungshinweise des Herstellers.
Tipp: Stelle einen Resin-Drucker nicht in Wohn- oder Schlafräume, in denen Kinder oder Haustiere unbeaufsichtigt sind. Arbeite in einem gut belüfteten Raum und trage Nitril-Handschuhe. Hinweise zu Emissionen findest du im Ratgeber 3D-Druck und Gesundheit.
Punkt für Filament. Der Schutzaufwand ist geringer.
Was kostet das Hobby im Betrieb?
Beide Verfahren haben Folgekosten. Bei Filament sind es Spulen, Ersatzdüsen, Bauplatten und bei feuchteempfindlichen Sorten eine Trockenbox. Bei Resin kommen Harzflaschen, Tanks, Handschuhe, Waschmedien und ein Härtungsgerät dazu.
Hinzu kommt der Abfall durch misslungene Stützen. So beschreibt es 3DMag.
Preise ändern sich laufend. Sieh in den Händlerangeboten nach und rechne mit unserem Druckkosten-Rechner.
Punkt für Filament. Die laufenden Kosten sind meist niedriger und besser planbar.
Wie funktionieren FDM und MSLA?
FDM steht für Fused Deposition Modeling. Der Drucker schmilzt Filament in einer Düse und legt es Schicht für Schicht ab. Details zum Verfahren stehen im Glossar unter FDM.
MSLA steht für Masked Stereolithography. Ein UV-Licht härtet Flüssigharz Schicht für Schicht durch ein Display aus, das als Maske wirkt. Das Prinzip erklärt das Glossar unter MSLA. Der gesamte Druck eines Layers entsteht dabei auf einmal, deshalb hängt die Druckzeit von der Höhe des Modells ab und weniger von der Fläche. Der Mars 5 Ultra nennt dazu bis zu 150 mm/h.
Welche Materialien und Festigkeiten sind möglich?
Filament bietet viele Materialien: PLA, PETG, TPU, ABS und technische Sorten. Eine Übersicht liefert Filament. Resin gibt es als Standard-Harz, wasserwaschbar oder mit technischen Eigenschaften. Die Rezeptur bestimmt laut 3DMag Eigenschaften wie Sprödigkeit oder Hitzebeständigkeit.
3DMag nennt Beispielwerte für einzelne Materialien: Ein PLA von Ultimaker erreicht in XY-Ausrichtung eine Zugfestigkeit von 45,5 MPa, in Z-Richtung 33,1 MPa. Das Grey Resin V5 von Formlabs kommt auf 62 MPa. Das sind Werte einzelner Produkte und keine Aussage über alle Filamente oder Harze. Bei FDM hängt die Festigkeit zudem stark von der Druckrichtung ab. Aufrecht gedruckte PLA-Teile waren in einer zitierten Studie 36 % schwächer.
Wie viel Platz und Ruhe brauchst du?
Ein FDM-Drucker benötigt eine stabile Fläche und erzeugt Bewegungs- und Lüftergeräusche. Ein Gehäuse mildert beides. Mehr dazu findest du unter Gehäuse.
Ein Resin-Drucker ist leiser, braucht aber zusätzlichen Platz für Waschen, Aushärten und die Lagerung der Harzflaschen. Dazu kommt der Geruch des Harzes. Plane einen Raum, den du gut lüften kannst und der nicht gleichzeitig Wohn- oder Schlafraum ist.
Wie sieht die typische Arbeitsweise aus?
Bei Filament lädst du ein Modell im Slicer, startest den Druck und holst das Teil von der Platte. Beim Bambu Lab A1 liegt laut Hersteller eine Bauplatte im Lieferumfang. Moderne Geräte kalibrieren sich weitgehend selbst.
Bei Resin füllst du die Wanne mit Harz, druckst und löst das Teil von der Bauplatte. Anschließend wäschst du es, entfernst Stützen und härtest es aus. Diese Kette dauert länger als der Druck selbst. 3DMag weist darauf hin, dass die Druckzeit allein wenig über die Gesamtdauer aussagt, weil Waschen und Härten dazukommen. Wer mit wenig Zeit arbeitet, sollte das einplanen.
Zum Vergleich der Software: Für beide Verfahren nutzt du einen Slicer. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Slicer-Software.
Welche Fehler machen Einsteiger bei der Wahl?
- Nur auf Details schauen: Die feine Auflösung nützt wenig, wenn der Bauraum für dein Projekt nicht reicht.
- Nachbearbeitung unterschätzen: Bei Resin gehören Waschen und Aushärten fest zum Ablauf.
- Schutz vergessen: Handschuhe, Augenschutz und Belüftung sind bei Resin keine Option.
- Folgekosten übersehen: Düsen, Bauplatten und Trockenbox bei Filament, Tanks, Harz und Waschmedien bei Resin.
Welche Checkliste hilft bei der Entscheidung?
Beantworte vier Fragen. Brauchst du Teile über 15 cm Kantenlänge? Dann Filament. Druckst du hauptsächlich Miniaturen oder Schmuck? Dann Resin. Hast du einen gut belüfteten Raum und Spaß an Chemie und Reinigung? Dann kommt Resin in Frage. Willst du möglichst direkt starten? Dann Filament.
Passende Modelle für den Einstieg zeigt unsere Liste 3D-Drucker für zuhause.
Urteil je Nutzertyp
- Einsteiger: Filament. Weniger Schutzaufwand, weniger Nacharbeit. Passende Modelle zeigt die Liste für Anfänger.
- Miniaturen, Schmuck und feine Modelle: Resin.
- Funktionsteile, Halter, Gehäuse: Filament.
- Große Modelle: Filament.
- Beides gewünscht: Zuerst Filament, später Resin als Ergänzung.
Beispielgeräte für beide Verfahren
Die beiden Boxen zeigen je ein Gerät pro Verfahren. Weitere Resin-Modelle findest du unter Resin-Drucker, weitere Filament-Modelle in der Übersicht 3D-Drucker Kaufberatung.
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Fazit
Für die meisten Käufer ist Filament die richtige Wahl. Es bietet mehr Bauraum, weniger Nacharbeit und geringeren Schutzaufwand. Resin lohnt sich, wenn feine Details wichtiger sind als Komfort, etwa bei Miniaturen und Schmuck.
Wer Resin wählt, plant Handschuhe, Belüftung, Waschen und Aushärten fest ein. Wer unsicher ist, startet mit Filament und rüstet später auf. Weitere Vergleiche stehen unter Vergleiche.
Quellen
- 3DMag: Resin vs. Filament-3D-Druck, was ist besser?
- 3DJake: Elegoo Mars 5 Ultra, technische Daten
- Bambu Lab: A1, Produktseite
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