Kurz gesagt
Der Bambu Lab P1S Combo ist unsere Empfehlung für den Mehrfarbdruck: geschlossenes Gehäuse, 500 mm/s und bis zu 16 Farben mit mehreren AMS-Einheiten laut Hersteller. Wer mehr Farben oder PLA mit TPU im Mix will, wählt den Anycubic Kobra X. Beim Farbwechsel entsteht immer Spülabfall, die Menge nennt kein Hersteller verbindlich.
Du willst Modelle in mehreren Farben drucken, ohne Spulen von Hand zu wechseln? Dann bist du hier richtig. Diese Seite vergleicht fünf Drucker mit automatischem Mehrfarbsystem und sagt dir ehrlich, was der Farbwechsel kostet: Filament, Zeit und Materialfreiheit.
Unsere Empfehlungen im Überblick
| Modell | Ideal für | Farben | Bauraum | Tempo | Unser Urteil |
|---|---|---|---|---|---|
| Bambu Lab P1S Combo | Alltag, ABS und ASA | 4, mit mehreren AMS bis 16 | 256 × 256 × 256 mm | 500 mm/s | Geschlossen und ausgereift |
| Anycubic Kobra X | Viele Farben, TPU-Mix | 4, erweiterbar auf 19 | 260 × 260 × 260 mm | bis 600 mm/s | Meiste Farben |
| Bambu Lab A1 mit AMS lite | Einstieg, Nachrüstung | 4 | 256 × 256 × 256 mm | nicht belegt | Offen und flexibel |
| Flashforge AD5X (Adventurer 5X) | Kompakter Mehrfarbdruck | 4 | 220 × 220 × 220 mm | bis 600 mm/s Verfahrweg | Kompakt, TPU möglich |
| Anycubic Kobra 3 Max Combo | Große Modelle | 4 oder 8 | 420 × 420 × 500 mm | bis 600 mm/s | Riesiger Bauraum |
Angaben laut Hersteller.
Platz 1: Bambu Lab P1S Combo – geschlossen, schnell, bis zu 16 Farben

Bambu Lab P1S Combo
Geschlossener Drucker mit AMS für Mehrfarbdruck ab Werk.
- Mehrfarbdruck mit AMS im Set
- Geschlossenes Gehäuse
- Auch für anspruchsvollere Materialien
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Das Combo bringt den P1S mit einem AMS (Automatic Material System) zusammen. Der Drucker ist laut Hersteller ein geschlossenes Gerät aus Kunststoff und Glas mit 256 × 256 × 256 mm Bauraum, bis zu 500 mm/s Werkzeugkopf-Geschwindigkeit und einer Düsentemperatur bis 300 °C. Mit vier gestapelten AMS-Einheiten sind bis zu 16 Farben möglich.
Stark ist das Gehäuse. Es hält die Wärme im Druckraum und macht Materialien wie ABS und ASA überhaupt erst sinnvoll, die Bambu Lab als ideal für den P1S nennt. Das AMS selbst ist auf die vier Spulenplätze je Einheit ausgelegt und gehört zu den am weitesten verbreiteten Systemen.
Schwächen gibt es auch. Beim Farbwechsel entsteht Ausschuss, den der Drucker in einen Abfallbehälter schiebt. Bambu Lab nennt in seiner Anleitung zum Umgang mit Spülabfall keine Zahlen, rät aber, den Behälter bei langen Drucken mit vielen Wechseln regelmäßig zu leeren. Für TPU gilt: Der Drucker kann es laut Hersteller verarbeiten, das AMS dagegen nicht zuverlässig. Dafür nutzt du die externe Spule.
Sicherheit: ABS und ASA setzen beim Drucken Dämpfe frei. Stelle den Drucker in einen gut belüfteten Raum und halte Abstand während des Drucks.
Ideal für alle, die mehrfarbig und mit technischen Materialien arbeiten wollen und ein geschlossenes System bevorzugen.
Platz 2: Anycubic Kobra X – die meisten Farben im Vergleich

Anycubic Kobra X
Mehrfarbdrucker für Einsteiger mit Vierfarb-System.
- 4-Farbdruck laut Hersteller
- Automatische Nivellierung
- Weiche und harte Filamente
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Der Kobra X druckt laut Anycubic nativ in vier Farben und lässt sich auf 19 Farben erweitern. Das integrierte System heißt ACE Gen 2. Der Bauraum misst 260 × 260 × 260 mm. Empfohlen sind 300 mm/s, das Maximum liegt bei 600 mm/s. Die automatische Bettnivellierung heißt LeviQ 3.0.
Bei den Materialien ist er flexibler als viele Konkurrenten. Anycubic nennt PLA, PETG, TPU, PVA, PLA-CF, PETG-CF und ASA. Im Mehrfarbdruck unterstützt der Hersteller ausdrücklich die Kombination aus PLA und TPU (68D). Eine reine TPU-Farbmischung ist damit nicht gemeint.
Die Schwäche liegt in der Beleglage. Zum Gehäuse macht die Herstellerseite keine Angabe. Prüfe das vor dem Kauf, wenn du ASA drucken willst, und sorge dann für gute Belüftung. Auch die 19 Farben setzen zusätzliche Einheiten voraus, was Platz und Geld kostet.
Ideal für alle, die viele Farben und Materialmix wollen.
Platz 3: Bambu Lab A1 mit AMS lite – der offene Einstieg
Offener Allrounder mit großem Bauraum, für Einsteiger wie Fortgeschrittene. * Affiliate-Link, mehr dazu Macht A1 und A1 mini zum Mehrfarbdrucker. * Affiliate-Link, mehr dazu
Bambu Lab A1
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Bambu Lab AMS lite
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Der A1 ist ein offener Drucker mit 256 × 256 × 256 mm Bauraum und vollautomatischer Kalibrierung. Laut Bambu Lab nimmt er genau ein AMS lite auf. Das AMS lite hält vier Spulen. Die größere AMS-Version passt nicht an den A1.
Das AMS lite hat klare Grenzen. Laut Bambu-Wiki sollst du damit keine flexiblen Materialien wie TPU und TPE drucken. Auch faserverstärkte Fremdfilamente wie PLA-CF und PETG-CF gelten als problematisch, weil sie die Führungskanäle beschädigen können. Die Spulenbreite darf laut Wiki 40 bis 68 mm betragen.
Der offene Aufbau hat zwei Folgen. Er hält den Einstieg einfach und gut zugänglich. Er eignet sich aber schlecht für ABS und ASA, denn Bambu Lab warnt auf der Produktseite vor Verzug und schwächerer Schichthaftung. Wenn du später mehrfarbig und mit Gehäuse arbeiten willst, passt der P1S besser.
Ideal für Einsteiger, die zuerst einfarbig starten und das Mehrfarbsystem später nachrüsten möchten. Mehr dazu findest du unter Druckern für Anfänger.
Platz 4: Flashforge AD5X (Adventurer 5X) – kompakt mit integriertem System

Flashforge AD5X (Adventurer 5X)
Kompakter CoreXY-Drucker mit integriertem Vier-Farben-System.
- Vier Farben über das eingebaute IFS
- Düse bis 300 °C, Verfahrweg bis 600 mm/s
- TPU laut Hersteller unterstützt, 95A am besten einfarbig
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Der AD5X bringt vier Farben über das eingebaute IFS (Intelligent Filament System) mit. Laut Flashforge arbeitet er mit CoreXY-Kinematik, 220 × 220 × 220 mm Bauraum, bis zu 300 °C Düsentemperatur und 110 °C Bett. Die Verfahrgeschwindigkeit liegt bei bis zu 600 mm/s, die Druckgeschwindigkeit bei bis zu 300 mm/s.
Spannend sind die Materialangaben. Flashforge nennt PLA, PETG, TPU 95A, TPU 64D bis 75D, PLA-CF und PETG-CF. Das TPU 95A empfiehlt der Hersteller aber für den einfarbigen Betrieb. Ob ein Gehäuse dabei ist, sagt die Seite nicht, sie bietet ein separates Gehäuse-Set an. Rechne also mit einem offenen Aufbau.
Der Bauraum von 220 mm ist der kleinste in dieser Liste. Große Modelle mit mehreren Farben passen nicht auf die Platte.
Ideal für alle, die wenig Platz haben und ein integriertes System bevorzugen.
Platz 5: Anycubic Kobra 3 Max Combo – Mehrfarbdruck in groß

Anycubic Kobra 3 Max Combo
Großer Mehrfarbdrucker mit ACE Pro für vier oder acht Farben.
- Bauraum 420 × 420 × 500 mm
- 4 oder 8 Farben mit ACE Pro
- Düse bis 300 °C, bis 600 mm/s
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Der Kobra 3 Max Combo hat mit 420 × 420 × 500 mm den größten Bauraum der Liste, 88 Liter laut Anycubic. Mit einem ACE Pro druckst du vier Farben, mit zwei Einheiten und dem Acht-Farben-Modul acht. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 600 mm/s, empfohlen sind 300 mm/s. Die Düse erreicht bis 300 °C, das Bett bis 90 °C.
Wichtig ist die Materialgrenze. Anycubic nennt PLA, PETG, ABS und TPU 95A. TPU 95A eignet sich laut FAQ nur für den einfarbigen Druck und nicht für den Betrieb mit dem ACE Pro. Wer weiches Material in mehreren Farben will, muss also zu einem anderen Modell greifen.
Die Größe hat ihren Preis im Platzbedarf und bei der Spülmenge. Ein großer Turm und große Modelle verbrauchen mehr Filament als ein kleiner Drucker.
Ideal für große Mehrfarbprojekte, Kostüme und Vorführmodelle.
Wie viel Filament geht beim Farbwechsel verloren?
Beim Farbwechsel bleibt Restschmelze der alten Farbe in der Düse. Der Drucker muss sie ausspülen, bevor die neue Farbe sauber austritt. Dieses Material landet in einem Abfallbehälter oder in einem Spülturm. Wie viel das ist, hängt von drei Dingen ab: Zahl der Wechsel, Spülvolumen je Wechsel und Farbkombination. Von Dunkel auf Hell braucht es meist mehr als umgekehrt.
Verlässliche Pauschalzahlen gibt es nicht. Bambu Lab nennt in der Anleitung zum Spülabfall keine Mengen. Wir nennen deshalb auch keine. Ein Modell mit wenigen Farbflächen erzeugt wenig Abfall. Ein Modell mit Farbverlauf in jeder Schicht erzeugt viel. Plane das ein, bevor du einen Druck startest.
So hältst du den Abfall klein: Wähle für jede Farbkombination ein moderates Spülvolumen und prüfe es per Testdruck. Halte die Zahl der Wechsel niedrig. Drucke mehrere Teile gemeinsam, damit sich der Turm lohnt. Mehr zur Funktion eines Multicolor-System liest du im Glossar.
Wie viele Farben sind möglich und wo liegen die Materialgrenzen?
Die Farbzahl hängt am System. Laut Herstellern gilt: Das AMS lite am A1 hält vier Spulen. Der P1S schafft mit vier AMS-Einheiten bis zu 16 Farben. Der Kobra X lässt sich auf 19 Farben erweitern. Das ACE Pro des Kobra 3 Max Combo reicht für vier oder acht Farben. Das IFS des AD5X ist auf vier Farben ausgelegt.
Weiche Materialien sind die größte Hürde. TPU läuft in den Schläuchen vieler Systeme schlecht. Bambu Lab rät beim AMS lite davon ab. Anycubic erlaubt beim Kobra 3 Max Combo TPU 95A nur ohne ACE Pro. Der Kobra X erlaubt PLA mit TPU (68D) im Mehrfarbdruck. Für den Einsatz von TPU findest du alle Details unter TPU-Filament.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Ein Mehrfarbdrucker besteht aus zwei Teilen: Drucker und Zuführsystem. Beide müssen zusammenpassen. Diese Kriterien entscheiden:
- Gehäuse: Ein geschlossener Drucker hält die Wärme und erlaubt ABS und ASA. Offene Drucker eignen sich für PLA und PETG, kaum für Technikmaterial.
- Farbzahl: Vier Spulen reichen für die meisten Modelle. Mehr Farben brauchen zusätzliche Einheiten und Platz.
- Materialgrenzen: Prüfe, ob TPU, Kohlefaser und Glasfaser im System erlaubt sind.
- Abfall: Achte auf Slicer-Funktionen, die Spülmaterial reduzieren, und auf einen gut erreichbaren Abfallbehälter.
- Bauraum: Mit mehreren Farben wächst auch der Turm. Rechne etwas Platz auf der Platte ein.
- Hersteller-Bindung: AMS, CFS und ACE sind meist nicht untereinander tauschbar. Eine Übersicht liefert unsere Seite zu Multicolor-Systemen im Zubehör.
Wie startest du deinen ersten Mehrfarbdruck?
Der Einstieg gelingt in vier Schritten. Wir nennen sie die Vier-Schritte-Routine für den ersten Mehrfarbdruck.
- Spulen prüfen: Nutze trockenes Filament derselben Sorte. Feuchtes Material führt zu Fäden und rauen Flächen.
- Profil laden: Starte mit dem Druckerprofil des Herstellers im Slicer. Es enthält ein passendes Spülvolumen als Startwert.
- Kleines Modell wählen: Wenige Farbflächen halten den Abfall gering und zeigen dir schnell, ob die Farben sauber trennen.
- Spülturm kontrollieren: Stelle sicher, dass der Turm Platz auf der Platte hat und stabil steht.
Danach passt du das Spülvolumen schrittweise an. Zeigt das Modell Farbstiche, erhöhst du den Wert. Bleibt der Turm sehr bunt und groß, senkst du ihn vorsichtig. Das spart Filament, ohne die Farbtreue zu opfern.
So haben wir verglichen
Wir vergleichen Drucker anhand von Herstellerangaben und Berichten seriöser Quellen. Bewertet werden Farbzahl, Bauraum, Geschwindigkeit, Materialgrenzen und Gehäuse. Wo Angaben fehlen, sagen wir das offen. Alle Quellen findest du am Seitenende. Die Details erklärt die Seite zur Methodik.
Fazit
Für die meisten ist der P1S Combo die sicherste Wahl: geschlossen, schnell und erweiterbar. Wer viele Farben und den Materialmix mit PLA und TPU sucht, schaut zum Kobra X. Einsteiger starten mit dem A1 und rüsten das AMS lite später nach. Kompakt und platzsparend ist der AD5X. Große Mehrfarbmodelle gelingen auf dem Kobra 3 Max Combo, aber ohne TPU im Mehrfarbbetrieb.
Rechne bei jedem System mit Spülabfall und plane Filament dafür ein. Prüfe die Materialgrenzen, bevor du Spulen kaufst, und lies bei ABS und ASA die Sicherheitshinweise des Herstellers zu Belüftung. Mit diesen Punkten im Blick findest du das Modell, das zu deinem Platz und deinen Projekten passt.
Unsicher bei der Auswahl? Der 3D-Drucker-Finder grenzt die Modelle nach deinen Wünschen ein.
Quellen
- Bambu Lab: P1S Produktseite und technische Daten
- Bambu Lab: A1 Produktseite
- Bambu Lab Wiki: AMS lite FAQ
- Bambu Lab Wiki: Handling purged filament waste
- Anycubic: Kobra X
- Anycubic: Kobra 3 Max Combo
- Flashforge: AD5X Multicolor 3D Printer
- PC Games Hardware: 3D-Drucker mit mehreren Farben im Spring Sale
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