Glossar · Material

ASA (und ABS)

Wetterfest und robust: Wann ASA oder ABS die richtige Wahl sind und was du dafür brauchst.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

ASA und ABS sind technische Thermoplaste für robuste, hitzebeständigere Teile. ASA ist UV- und wetterbeständiger und eignet sich daher für den Außeneinsatz. Beide neigen zu Verzug, werden meist im geschlossenen Gehäuse gedruckt und brauchen gute Belüftung, da beim Druck Dämpfe entstehen.

Was sind ASA und ABS?

ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol, ASA für Acrylnitril-Styrol-Acrylat. Beide Kunststoffe sind eng verwandt. Bei ASA ersetzt ein Acrylat-Bestandteil das Butadien. Das macht das Material deutlich widerstandsfähiger gegen Sonnenlicht und Witterung. ABS vergilbt und wird draußen dagegen mit der Zeit spröde.

Gegenüber PLA sind beide Materialien zäher und halten höhere Temperaturen aus. ABS kennst du vielleicht aus Spielzeugsteinen und Gehäusen. Ein Vorteil von ABS ist die Nachbearbeitung: Es lässt sich mit Aceton anlösen und glätten. Dabei entstehen brennbare, gesundheitsschädliche Dämpfe, also arbeite nur im Freien oder unter sehr guter Absaugung und mit Abstand zu Zündquellen.

Wann lohnen sich ASA und ABS?

Sie passen zu Teilen, die Wärme, Sonne oder Stöße aushalten sollen. Typische Verarbeitungswerte laut Herstellerangaben:

  • Düsentemperatur: meist 240 bis 260 °C
  • Bett-Temperatur: meist 90 bis 110 °C
  • Bauteillüfter: meist aus oder sehr niedrig
  • Gehäuse: meist empfohlen, gegen Zugluft und Verzug

Zur Einordnung:

Eigenschaft ABS ASA
UV- und Wetterbeständigkeit gering hoch
Verzugsneigung hoch hoch
Glättbar mit Aceton ja je nach Sorte eingeschränkt
Typischer Einsatz Innenraum, Gehäuse Außenbereich, Garten, Fahrzeug

Wegen der Verzugsneigung ist Warping das häufigste Problem. Eine saubere, heiße Platte, ein Brim und ein geschlossener Bauraum helfen. Wichtig ist die Belüftung. Beim Druck entstehen Dämpfe mit deutlichem Geruch. Stelle den Drucker in einen gut belüfteten Raum oder nutze eine Absaugung, und halte dich nicht dauerhaft in der Nähe auf. Konkrete Gesundheitsfragen beantwortet der Ratgeber zur Sicherheit besser als ein Glossareintrag.

Ein praktischer Tipp: Lass das Teil nach dem Druck auf der Platte abkühlen, statt es sofort abzunehmen. So bauen sich Spannungen langsamer ab, und die Gefahr von Rissen und Verzug sinkt. Drucke außerdem bei gleichmäßiger Raumtemperatur, ohne offenes Fenster oder Klimaanlage in der Nähe. Fertige ASA-Teile lassen sich gut schleifen und lackieren.

Rechne außerdem mit einer etwas rauen Schichtoptik und sichtbaren Schichtlinien. Das ist normal und lässt sich durch Schleifen verbessern.

In der Praxis

Du brauchst für ASA und ABS einen Drucker, der die Temperaturen sicher erreicht, idealerweise mit Gehäuse. Einsteiger starten besser mit PLA oder PETG und wechseln erst bei Bedarf. Passende Sorten und Hinweise zum Drucken findest du unter ABS und ASA Filament im Überblick. Prüfe vor dem Kauf auch, ob Hotend und Druckplatte für diese Temperaturen ausgelegt sind.

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026