Kurz gesagt
Die Flussrate (Flow) ist ein Prozentfaktor im Slicer, der die berechnete Filamentmenge anpasst. Bei 100 % fördert der Extruder genau das errechnete Volumen. Kleinere Werte drosseln die Menge, größere erhöhen sie. So gleichst du Filamenttoleranzen und Materialeigenschaften aus.
Was ist die Flussrate?
Die Flussrate, im Slicer meist „Flow“ genannt, ist ein Korrekturfaktor für die Filamentmenge. Der Slicer berechnet aus Düsendurchmesser, Linienbreite und Schichthöhe, wie viel Kunststoff pro Strecke nötig ist. Bei 100 % setzt der Extruder genau diese Menge um. Bei 95 % sind es fünf Prozent weniger, bei 105 % fünf Prozent mehr.
Der Faktor ist nötig, weil die Praxis von der Theorie abweicht. Filament ist nie exakt 1,75 mm dick, jedes Material schrumpft und fließt anders, und der Extruder fördert nicht völlig verlustfrei. Die Flussrate gleicht das aus. Verwechsle sie nicht mit dem maximalen volumetrischen Fluss, der angibt, wie viel Kunststoff das Hotend pro Sekunde schmelzen kann. Auch Pressure Advance ist etwas anderes: Es glättet den Druck bei Tempowechseln, nicht die Gesamtmenge.
Woran erkennst du eine falsche Flussrate?
Die Symptome sind meist gut sichtbar, besonders an Wänden und Deckflächen.
- Zu niedrig: Lücken zwischen den Linien, dünne oder löchrige Deckschichten, schwache Wände.
- Zu hoch: Wülste an Kanten und Ecken, raue oder wellige Oberseiten, Maße, die nach außen abweichen.
Zum Einmessen druckst du einen Kalibrierwürfel oder einen Turm mit einer einzelnen Wand und misst die Wandstärke mit der Schieblehre. Liegt der Wert unter dem Sollwert, erhöhst du die Flussrate. Liegt er darüber, senkst du sie. Viele Slicer bringen fertige Flow-Tests mit, die abgestufte Werte nacheinander drucken.
Typisch sind Werte im Bereich von etwa 90 bis 105 %. Wo genau dein Filament landet, hängt von Material, Hersteller und Farbe ab. Deshalb lohnt es sich, den Wert pro Filamentprofil zu speichern, statt ihn global zu ändern. Ändere pro Testdruck nur eine Größe, sonst weißt du nicht, welche Anpassung gewirkt hat.
Wichtig ist die Reihenfolge. Sorge zuerst für trockenes Filament, eine passende Temperatur und eine freie Düse. Feuchtes Filament blubbert und täuscht Fehler vor, die du mit der Flussrate nicht behebst. Auch eine verschlissene oder teilweise verstopfte Düse verfälscht das Messergebnis.
In der Praxis
Im Alltag reicht es, die Flussrate einmal pro Filamenttyp einzumessen und im Profil zu speichern. Wer noch am Anfang steht, findet in der Übersicht zu Einsteiger-3D-Druckern Geräte, bei denen fertige Profile die Sache erleichtern. Die Feinabstimmung bleibt trotzdem deine Aufgabe, denn jede Filamentrolle verhält sich ein wenig anders.



