Kurz gesagt
Die Linienbreite ist die Breite einer einzelnen Filamentbahn, die der Drucker auf das Bauteil legt. Sie wird im Slicer in Millimetern angegeben und liegt meist leicht über dem Düsendurchmesser. Sie beeinflusst Wandstärke, Festigkeit, Haftung zwischen den Bahnen und Druckzeit.
Was ist die Linienbreite?
Wenn die Düse Filament ablegt, drückt sie den Strang flach und breit. Die Bahn wird dadurch breiter als die Düsenöffnung. Im Slicer legst du diese Breite fest, oft getrennt für Außenwände, Innenwände, Füllung und Deckschichten. In englischen Slicern heißt der Wert „Line Width“ oder „Extrusion Width“.
Der Name beschreibt es schon: Es geht um die Breite, nicht um die Höhe. Die Höhe legt die Schichthöhe fest. Aus beiden Werten und dem Düsendurchmesser errechnet der Slicer das Volumen, das pro Strecke gefördert wird. Ändert sich die Linienbreite, ändert sich also automatisch die Materialmenge. Das ist etwas anderes als eine Korrektur über die Flussrate.
Welche Linienbreite ist sinnvoll?
Als Faustregel liegt die Linienbreite meist zwischen 100 und 120 % des Düsendurchmessers. Bei einer 0,4-mm-Düse sind das etwa 0,4 bis 0,48 mm, viele Slicer-Profile setzen hier einen Wert um 0,42 bis 0,45 mm. Die maximale Breite hängt auch von der Schichthöhe ab: Sehr dünne Schichten vertragen breitere Bahnen, sehr hohe Schichten brauchen eher schmale.
- Schmalere Bahnen: feinere Details, präzisere Außenkonturen, dafür längere Druckzeit.
- Breitere Bahnen: bessere Haftung zwischen den Bahnen, stabilere Wände, schnelleres Drucken, aber gröbere Kanten.
- Breite Füllung oder breite Innenwände: sparen Zeit, ohne die Optik außen zu verschlechtern.
Praktisch ist eine Mischung: eine schmalere Außenwand für saubere Oberflächen, breitere Linien im Inneren. Ein Hinweis zur Wandstärke: Der Slicer rechnet Wände aus ganzen Linienbreiten. Eine Wand von 1,2 mm entsteht bei 0,4 mm Linienbreite aus drei Bahnen. Mit anderer Linienbreite kann sich die Zahl der Bahnen verschieben, und es entstehen Lücken oder Überlappungen.
Gehe nicht zu weit: Werte weit über 150 % des Düsendurchmessers führen leicht zu Problemen bei Überhängen und Haftung. Wer sehr schmale Bahnen unter dem Düsendurchmesser wählt, riskiert dagegen Unterextrusion, weil der Drucker kaum noch sauber Material ablegen kann. Lege bei Änderungen jeweils einen kurzen Testdruck ein und miss die Wandstärke nach.
Schau dir Änderungen immer in der Vorschau des Slicers an, bevor du druckst.
In der Praxis
Für die meisten Drucke genügen die Standardwerte des mitgelieferten Profils. Erst wenn du feine Details oder besonders stabile Teile brauchst, lohnt sich das Experimentieren. Welche Düsendurchmesser und Slicer zu deinem Gerät passen, erfährst du in unserer Slicer-Übersicht.



