Glossar · Druckfehler

Unterextrusion

Bei Unterextrusion kommt zu wenig Filament aus der Düse. Hier findest du die häufigsten Ursachen.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

Unterextrusion bezeichnet einen Druckfehler, bei dem weniger Filament aus der Düse kommt, als der Slicer vorsieht. Die Folgen sind Lücken, dünne Wände, löchrige Deckflächen und schwache Teile. Ursachen sind meist Verstopfung, zu niedrige Temperatur, zu hohes Tempo oder feuchtes Filament.

Was ist Unterextrusion?

Der Slicer plant, wie viel Kunststoff pro Strecke nötig ist. Kommt davon weniger an, spricht man von Unterextrusion. Die Linien liegen dann nicht mehr dicht aneinander, sondern lassen Spalten. Das Gegenstück ist die Überextrusion, bei der zu viel Material gefördert wird.

Unterextrusion ist ein Sammelbegriff für ein Symptom, nicht für eine einzelne Ursache. Das Problem kann plötzlich auftreten, etwa bei einer Teilverstopfung, oder dauerhaft, wenn Einstellungen nicht zum Filament passen. Auch ein Mix beider Gründe ist häufig.

Woran erkennst du Unterextrusion und was steckt dahinter?

Typische Anzeichen sind sichtbar, wenn du dir einen Würfel oder eine Platte ansiehst:

  • Deckflächen mit Löchern oder Rillen statt geschlossener Fläche.
  • Wände, die sich dünn anfühlen oder zwischen den Bahnen nicht verschmelzen.
  • Ein knackendes oder klickendes Geräusch am Extruder, wenn das Zahnrad Filament nicht mehr greift.
  • Eine Füllung, die brüchig oder körnig wirkt.

Die häufigsten Ursachen lassen sich in einer sinnvollen Reihenfolge abarbeiten:

  • Düse teilweise verstopft oder verschlissen. Eine Anleitung findest du im Ratgeber zum Düsenreinigen.
  • Temperatur zu niedrig oder Druckgeschwindigkeit zu hoch, sodass das Hotend nicht genug schmilzt.
  • Feuchtes Filament, erkennbar an Knistern und kleinen Blasen. Mehr dazu unter Hygroskopie.
  • Zu niedrige Flussrate oder falsch eingestellter Filamentdurchmesser.
  • Abgenutztes Zahnrad im Extruder, zu wenig Anpressdruck oder ein geknickter PTFE-Schlauch.
  • Heat Creep, wenn das Filament schon über dem Hotend weich wird und klemmt.

Gehe systematisch vor. Prüfe zuerst per Hand, ob sich das Filament bei heißer Düse leicht durchdrücken lässt. Fließt es zäh oder ruckelt, liegt das Problem im Hotend. Läuft es glatt, schau auf Temperatur, Tempo und Slicer-Werte. Senke im Zweifel die Geschwindigkeit, denn das hilft schon bei vielen Fällen.

Dreh nicht gleich an der Flussrate, bevor du Mechanik und Material geprüft hast. Sie verdeckt sonst das eigentliche Problem, und der Fehler taucht später an anderer Stelle wieder auf.

Notiere dir nach jeder Änderung das Ergebnis. So erkennst du Muster und findest bei einer erneuten Störung schneller zur Lösung.

In der Praxis

Meist ist die Lösung unspektakulär: frisches, trockenes Filament, eine saubere Düse und eine passende Temperatur. Eine strukturierte Fehlersuche findest du in unserer Übersicht der typischen Druckprobleme. Dort sind die Ursachen nach Symptomen geordnet.

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026