Kurz gesagt
Der Bambu Lab P2S ist ein geschlossener CoreXY-Drucker mit 256 × 256 × 256 mm Bauraum und die komfortablere Weiterentwicklung des P1S. Neu sind Touchscreen, 1080p-Kamera und ein gehärtetes Schnellwechsel-Hotend, die Druckqualität bleibt laut Makers101 nahezu gleich. Neukäufer wählen ihn bei kleinem Preisabstand, P1S-Besitzer warten meist ab.
Der Bambu Lab P2S ist der Nachfolger des P1S: ein geschlossener CoreXY-Drucker mit unverändertem Bauraum von 256 × 256 × 256 mm, aber mit Touchscreen, besserer Kamera und gehärtetem Schnellwechsel-Hotend. Auf dieser Seite findest du das Datenblatt, die Unterschiede zum Vorgänger und die Frage, für wen sich der Umstieg lohnt.
Hinweis: Für den P2S haben wir auf Amazon.de keinen geprüften Eintrag. Deshalb zeigen wir keine Kaufbox zum P2S. Die Boxen unten gehören zum Vorgänger P1S und zu Alternativen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der P2S hat denselben Bauraum wie der Bambu Lab P1S: 256 × 256 × 256 mm.
- Neu sind ein 5-Zoll-Touchscreen, eine 1080p-Kamera mit 30 Bildern pro Sekunde und ein Schnellwechsel-Hotend mit gehärteter Düse.
- Der Drucker hat keine aktive Kammerheizung. Die Kammer erwärmt sich passiv, laut 3DMag bis etwa 50 °C.
- Die Druckqualität ist laut Makers101 nahezu identisch mit dem P1S, der Gewinn liegt bei Komfort und Materialreserve.
- Die Combo kommt mit AMS 2 Pro für Mehrfarbdruck.
Datenblatt
| Merkmal | Bambu Lab P2S (Herstellerangabe bzw. Fachmedien) |
|---|---|
| Bauraum | 256 × 256 × 256 mm |
| Bauart | CoreXY, geschlossenes Gehäuse |
| Geschwindigkeit | bis 600 mm/s Kopfgeschwindigkeit laut 3DMag und All3DP; Beschleunigung bis 20.000 mm/s² |
| Hotend und Düse | Schnellwechsel-Hotend, gehärtete Stahldüse 0,4 mm, 0,2/0,6/0,8 mm unterstützt |
| Fördermenge | bis 40 mm³/s |
| Maximale Temperaturen | Düse 300 °C, Bett 110 °C |
| Kammer | passiv bis etwa 50 °C, keine aktive Heizung |
| Display | 5-Zoll-Touchscreen, 854 × 480 Pixel |
| Kamera | 1920 × 1080, 30 Bilder pro Sekunde |
| Mehrfarb-Option | AMS 2 Pro (Combo), Anschluss für externe Spule |
| Anschlüsse | Dual-Band-WLAN, USB, 8 GB interner Speicher |
| Slicer | Bambu Studio, G-Code-Export für andere Slicer |
| Maße und Gewicht | 392 × 406 × 478 mm, 14,9 kg |
Angaben laut Hersteller bzw. Fachmedien. Ein Händlerdatenblatt nennt 500 mm/s Spitzengeschwindigkeit, prüfe den Wert vor dem Kauf auf der Herstellerseite. Einen Lautstärkewert nennt keine der Quellen.
Was ist am P2S gegenüber dem P1S neu?
Der P2S ersetzt die kleinen Schwächen des P1S, ohne das Grundprinzip zu ändern. All3DP beschreibt ihn als „modernen P1S“, der einfacher zu bedienen sei. Die wichtigsten Änderungen sind der Touchscreen statt des monochromen Displays, die schärfere Kamera mit Objekterkennung und das gehärtete Schnellwechsel-Hotend. Dazu kommt ein verbesserter Luftstrom, der bei PLA mit geschlossener Tür bessere Ergebnisse liefern soll.
Alle Details nebeneinander zeigt der Vergleich P1S gegen P2S.
Wie gut ist das Hotend mit Schnellwechsel?
Das Hotend des P2S wird laut Makers101 mit einem Klick gewechselt, werkzeuglos. Die Düse besteht aus gehärtetem Stahl und ist ab Werk dabei. Damit kannst du abrasive Filamente wie kohlefaserverstärktes Material drucken, ohne extra Zubehör zu kaufen. Das Hotend nutzt das Düsensystem der H2-Serie und ist nicht mit A1-Düsen kompatibel.
Der Extruder arbeitet laut Makers101 mit einem Servo-Antrieb (DynaSense) und soll etwa 70 Prozent mehr Förderkraft bieten. Das ist eine Herstellerangabe, wir haben sie nicht selbst gemessen.
Wie weit reicht die Kammer für ABS und ASA?
Die Kammer des P2S ist geschlossen und nicht aktiv beheizt. 3DMag nennt eine passive Kammertemperatur bis etwa 50 °C. Das genügt für viele Drucke mit ABS und ASA, wenn du Zugluft vermeidest. Für sehr verzugsanfällige Materialien wie PA oder PC ist eine aktive Kammerheizung besser. Die findest du bei Profi-Geräten, siehe Profi-3D-Drucker.
Der Aktivkohlefilter bindet einen Teil der Gerüche. Er ersetzt keine Lüftung. Gerade bei ABS und ASA gehört der Drucker in einen gut belüfteten Raum.
Tipp: Stelle den Drucker nicht in Schlaf- oder Kinderzimmer. Lies dazu den Ratgeber zur Gesundheit beim 3D-Druck.
Wie funktioniert der Mehrfarbdruck mit AMS 2 Pro?
Die Combo enthält das AMS 2 Pro für mehrere Filamente. Das ältere AMS funktioniert laut Makers101 über einen Adapter-Puffer. Ein Puffer an der Rückseite erlaubt es laut All3DP, sowohl das AMS als auch eine externe Spule ohne zusätzlichen PTFE-Schlauch zu nutzen. Das Trocknen während des Drucks geht seit einer Firmware-Version, benötigt aber ein separates Netzteil, das nicht in der Combo liegt.
Makers101 nennt als bekannte Probleme Kommunikationsfehler zwischen Drucker und AMS 2 Pro bei langen Mehrfarbdrucken sowie veränderte erste Schichten nach manchen Firmware-Updates. Prüfe deshalb nach jedem Update den ersten Druck. Alternativen für den Farbdruck findest du bei Multicolor-Systemen und auf der Seite Mehrfarb-3D-Drucker.
Wie gut sind Kamera und Überwachung?
Die Kamera des P2S löst mit 1920 × 1080 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Der P1S kommt laut 3DMag auf 1280 × 720 Pixel und 0,5 Bilder pro Sekunde. Das merkst du vor allem bei Zeitraffern und der Fernüberwachung per App. All3DP schreibt, die Kamera erkenne die eingelegte Druckplatte und unterstütze die Erkennung von Fremdobjekten und von Spaghetti-Fehldrucken. Makers101 nennt dafür einen eigenen KI-Prozessor mit 2 TOPS. Beides sind Herstellerangaben, die wir nicht selbst geprüft haben.
Wo stellst du den P2S auf und wie laut ist er?
Der P2S misst 392 × 406 × 478 mm und wiegt 14,9 kg. Das ist etwas mehr als beim P1S mit 12,95 kg. Plane eine stabile, ebene Fläche ein und lasse hinten und seitlich Platz für den Filamentpuffer und die Spule. Zur Lautstärke liefern weder Hersteller noch die von uns ausgewerteten Quellen einen Wert, deshalb nennen wir keinen. Wohnungsnutzer finden Hinweise unter 3D-Drucker für zuhause.
Wie lange hält der Support?
Zur Laufzeit des P2S nennt kein Bericht eine feste Zusage. Für den Vorgänger gibt Makers101 an, Fehlerbehebungen seien langfristig zugesagt. Beim P2S gilt: Der Hersteller liefert regelmäßig Firmware-Updates. Prüfe nach jedem Update deinen ersten Druck und lies die Versionshinweise. Ersatzteile wie Düsen, Druckplatten und Lüfter bietet der Hersteller selbst und Händler wie 3DJake an.
Welche Software gehört zum P2S?
Der P2S nutzt Bambu Studio. Laut 3DJake funktionieren auch andere Slicer mit G-Code-Export wie PrusaSlicer, Super Slicer oder Cura. Die Steuerung läuft über Touchdisplay, Handy-App und Web-App. Das System ist cloudbasiert und bequem, bindet dich aber an das Ökosystem des Herstellers. Mehr zur Software in unserem Slicer-Ratgeber.
Was kostet der P2S in Anschaffung und Betrieb?
3DMag nennt für den europäischen Markt historische Einführungspreise von 519 € für das Gerät und 749 € für die Combo mit AMS 2 Pro, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Das sind Einführungspreise, aktuelle Preise findest du beim Händler. Zu den laufenden Kosten zählen Filament, Strom und Verschleißteile. Das gehärtete Hotend reduziert Folgekosten bei abrasiven Materialien, weil du keine zweite Düse kaufen musst. Die Rechnung für deinen Fall erledigt der Druckkostenrechner.
Feuchtes Filament verdirbt Drucke. Ein Filamenttrockner lohnt sich besonders für PETG, TPU und Nylon.
Was Testberichte sagen
All3DP bezeichnet den P2S als verlässliches, solides Update, das kleine Schwächen des P1S behebt. Der Autor lobt saubere Ablösung der Drucke von der Platte, vor allem bei Mehrfarbdrucken, und starke Überhangkühlung. Die Kernfähigkeiten seien aber weitgehend unverändert. Bei der Schichtgleichmäßigkeit sah er den H2D in einem nicht wissenschaftlichen Vergleich leicht vorn.
Makers101 empfiehlt Neukäufern den P2S als bessere Langzeitinvestition, außer ein gebrauchter P1S ist stark reduziert. P1S-Besitzer sollten laut diesem Bericht nur wechseln, wenn sie oft abrasive Materialien drucken, Düsen häufig tauschen oder viel Mehrfarbdruck machen. 3DMag ordnet die Unterschiede sachlich ein und weist darauf hin, dass Geschwindigkeitswerte unter unterschiedlichen Testbedingungen entstanden sind und nicht als Versprechen kürzerer Druckzeiten gelten.
Für wen, für wen nicht
Der P2S passt, wenn du neu einsteigst, mit gehärteter Düse starten und oft Mehrfarbdrucke fertigen willst. Er passt auch, wenn dir ein Touchscreen und eine gute Kamera für die Überwachung wichtig sind. Einsteiger finden weitere Modelle bei 3D-Druckern für Anfänger.
Er passt weniger, wenn du nur gelegentlich PLA druckst und einen P1S besitzt. Dann bringt dir der Umstieg wenig. Wer eine aktive Kammerheizung braucht, wählt ein anderes Gerät. Hintergründe zur Marke findest du unter Bambu Lab.
Auch für Familien mit Kindern gilt: Die Düse erreicht bis 300 °C, das Bett bis 110 °C. Das Gehäuse schützt, ersetzt aber keine Aufsicht. Altersangaben macht der Hersteller; richte dich danach und beachte unsere Hinweise für Kinder.
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Alternativen
Der direkte Vorgänger ist der P1S, den es weiterhin gibt. Laut Makers101 plant Bambu keine Einstellung. Er ist günstiger zu bekommen und druckt ähnlich gut. Mehr dazu im Bericht zum Bambu Lab P1S.

Bambu Lab P1S Combo
Geschlossener Drucker mit AMS für Mehrfarbdruck ab Werk.
- Mehrfarbdruck mit AMS im Set
- Geschlossenes Gehäuse
- Auch für anspruchsvollere Materialien
* Affiliate-Link, mehr dazu
Eine Alternative eines anderen Herstellers ist die Anycubic Kobra S1 Combo, ein geschlossener Drucker mit Mehrfarbsystem. Mehr dazu im Bericht zum Anycubic Kobra S1.

Anycubic Kobra S1 Combo
Geschlossener Mehrfarb-Drucker mit Filamenttrocknung und leisem Betrieb.
- ACE Pro mit 4 Farben
- Aktive Trocknung bis 55 °C
- Bis 46 dB laut Hersteller
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Ebenfalls im Rennen ist der Elegoo Centauri Carbon, dessen Nachfolger wir unter Elegoo Centauri Carbon 2 beschreiben.

Elegoo Centauri Carbon
Geschlossener CoreXY-Drucker mit Kamera und 320-°C-Düse zum Sofortstart.
- Geschlossene Kammer
- Gehärtete Düse bis 320 °C
- Eingebaute Kamera
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Wichtig für die Entscheidung: Die Quellen nennen unterschiedliche Spitzengeschwindigkeiten und keinen Lautstärkewert. Prüfe beides auf der Herstellerseite und vergleiche den Preis mit dem Vorgänger bei mehreren Händlern, bevor du dich festlegst.
Fazit
Der Bambu Lab P2S ist kein Sprung, sondern eine gründliche Verbesserung des P1S. Du bekommst gleichen Bauraum, gleiche Druckqualität und deutlich mehr Komfort: Touchscreen, bessere Kamera, gehärtetes Schnellwechsel-Hotend. Wer neu kauft und der Preisabstand klein ist, sollte den P2S wählen. Wer schon einen P1S besitzt, wartet in der Regel besser ab.
Quellen
- 3DMag: Bambu Lab P1S und P2S, die wichtigsten Unterschiede
- Makers101: Bambu Lab P2S vs. P1S, lohnt sich ein Upgrade?
- All3DP: Bambu Lab throws a bone to the mid-range with the P2S
- 3DJake: Bambu Lab P2S Produktdaten
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