Kurz gesagt
Der Anycubic Kobra S1 ist ein geschlossener CoreXY-Drucker mit 250 × 250 × 250 mm Bauraum, der sich vor allem für Einsteiger eignet, die schnell und leise mehrfarbig drucken wollen. Das Combo liefert die ACE Pro für 4 Farben mit. Schwächen laut Fachmedien: viel Spülabfall und wenig Firmware-Freiheit.
Der Anycubic Kobra S1 ist ein geschlossener CoreXY-Drucker mit 250 × 250 × 250 mm Bauraum. Mit dem Combo kommt der Mehrfarbdruck über die ACE Pro dazu. Dieser Bericht ordnet die Herstellerdaten ein und fasst zusammen, was Fachmedien und Händlerseiten zu Stärken und Schwächen schreiben. Wir haben das Gerät nicht selbst getestet.

Anycubic Kobra S1 Combo
Geschlossener Mehrfarb-Drucker mit Filamenttrocknung und leisem Betrieb.
- ACE Pro mit 4 Farben
- Aktive Trocknung bis 55 °C
- Bis 46 dB laut Hersteller
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Das Wichtigste in Kürze
- Bauart: geschlossener CoreXY mit Direct-Drive-Extruder und 250 × 250 × 250 mm Bauraum.
- Geschwindigkeit laut Hersteller: bis 600 mm/s, empfohlen 300 mm/s. Ein Fachtest hält im Alltag rund 200 mm/s für sinnvoll.
- Mehrfarbdruck: Das Combo unterstützt 4 Farben, mit zwei ACE Pro bis zu 8 Farben.
- Stärke: leise (Hersteller: 46 dB oder weniger), Aktivkohlefilter, Touchscreen und Kamera inklusive.
- Schwäche: wenig Spielraum für Firmware-Eingriffe, viel Spülabfall im Mehrfarbdruck, keine beheizte Kammer.
Was ist der Anycubic Kobra S1?
Der Anycubic Kobra S1 ist ein FDM-Drucker für Einsteiger und Fortgeschrittene, der geschlossen gebaut ist. Anycubic nennt ihn laut Produktseite vollständig umhaust, mit Tür und Deckel aus Polycarbonat. Er gehört zur Klasse der schnellen Kompaktdrucker, die du mit dem Bambu Lab P1S vergleichst.
Es gibt zwei Varianten. Der S1 ist der Drucker allein. Das Combo bringt die ACE Pro mit, ein Zusatzgerät für mehrere Filamentrollen. Die ACE Pro des Basismodells verkauft Anycubic laut Produktseite separat.
Datenblatt
| Merkmal | Wert laut Hersteller |
|---|---|
| Bauraum | 250 × 250 × 250 mm |
| Bauart | CoreXY, geschlossenes Gehäuse, passive Kammer |
| Geschwindigkeit | empfohlen 300 mm/s, maximal 600 mm/s |
| Beschleunigung | empfohlen 10.000 mm/s², maximal 20.000 mm/s² |
| Extruder | Dual-Gear-Direct-Drive |
| Düse und Hotend | 0,4 mm Standard (0,2/0,6/0,8 mm optional), Ganzmetall-Hotend bis 320 °C |
| Heizbett | bis 120 °C, PEI-Federstahlplatte |
| Kalibrierung | LeviQ 3.0 mit Z-Offset |
| Mehrfarb-Option | ACE Pro, 4 Farben, mit zwei Einheiten 8 Farben |
| Anschlüsse | USB, WLAN, LAN, Cloud, App |
| Slicer | Anycubic Slicer Next (auf Orca-Basis) |
| Display und Kamera | 4,3-Zoll-Touchscreen, Kamera mit 480p |
| Gewicht und Maße | 18 kg, 400 × 410 × 490 mm |
| Lautstärke | 46 dB oder weniger, im Leisemodus 44 dB oder weniger |
Angaben laut Hersteller beziehungsweise Händlerdatenblatt. Die Kamera mit 480p stammt von der Herstellerseite.
Wie schnell druckt der Kobra S1 wirklich?
Anycubic nennt 600 mm/s als Maximum und 300 mm/s als Empfehlung. Notebookcheck hält in seinem Bericht rund 200 mm/s für das praktische Limit, wenn die Qualität stimmen soll. Bei einem Materialfluss ab 30 mm³/s traten dort Löcher in den Drucken auf, selbst mit High-Flow-Filament. Als Ziel nennt der Bericht etwa 15 mm³/s, 20 mm³/s funktionierten ebenfalls.
Die Maximalwerte sind also Marketing-Spitzen. Für die Druckzeit zählt die Qualitätsgrenze deines Filaments. Wie Beschleunigung und Düse zusammenspielen, erklärt der Glossar-Eintrag zu CoreXY.
Welche Software und welches Ökosystem gehört dazu?
Der Kobra S1 läuft mit der Firmware Kobra OS. Als Slicer nennt Anycubic den Anycubic Slicer Next, der auf Orca Slicer basiert und Funktionen wie Mehrplatten-Verwaltung und Objekt-Überspringen bietet. Notebookcheck lobt die gut vorbelegten Profile. Dasselbe Medium schreibt, dass die Firmware wenig Anpassung erlaubt, und verweist für mehr Freiheit auf die Community-Firmware Rinkhals.
Gesteuert wird per Touchscreen, Browser oder App. Die App erlaubt Fernüberwachung und Timelapse. Einen Überblick über Programme gibt der Ratgeber zu Slicer-Software.
Wie gut klappt der Mehrfarbdruck mit der ACE Pro?
Die ACE Pro hält mehrere Rollen bereit und liest Anycubic-Filamente per NFC. Laut Notebookcheck kann sie Filament außerdem trocknen. Der Drucker wechselt Farben mit einem einzelnen Druckkopf, deshalb schneidet er das Filament ab und spült Material aus.
Der Bericht nennt hier die größte Schwäche: Die ACE Pro und die Düsenreinigung erzeugen viel Abfall, auch außerhalb des Mehrfarbdrucks. Anycubic schreibt zudem, dass TPU nur einfarbig läuft und nicht über die ACE Pro. Mehr zu Systemen und Abfall findest du unter Multicolor-Systeme und in der Bestenliste Mehrfarbige 3D-Drucker.
Tipp: Die ACE 2 Pro aus der neueren Anycubic-Serie ist laut Anycubic nicht mit dem Kobra S1 kompatibel. Kaufe für den S1 deshalb die ACE Pro.
Welche Materialien druckt der Kobra S1?
Das Hotend erreicht 320 °C, das Bett 120 °C, und das Gehäuse ist geschlossen. Anycubic nennt den Drucker ausdrücklich für Materialien wie ABS und ASA. Notebookcheck druckte ASA bei hoher Geschwindigkeit besonders sauber. ABS haftete dort zunächst schlecht und hielt erst mit einem dünnen Acetonfilm.
Die Kammer wird nicht aktiv beheizt. Für sehr warping-anfällige Werkstoffe fehlt dir deshalb eine Reserve. Grundlagen zu den Werkstoffen findest du unter ABS und ASA.
Wie laut ist der Kobra S1 und wo stellst du ihn auf?
Anycubic gibt höchstens 46 dB im Standardmodus und 44 dB im Leisemodus an, gemessen in 1 m Abstand. Notebookcheck maß 44 dB(A) und nennt das überraschend leise. Ein Aktivkohlefilter im Gehäuse soll Druckgerüche mindern. Bei ABS und ASA sorgst du trotzdem für Lüftung.
Der Drucker misst 400 × 410 × 490 mm und wiegt 18 kg. Die ACE Pro braucht zusätzlichen Platz, Notebookcheck nennt dafür 36,5 × 28,3 × 23,4 cm. Beim Strom nennt derselbe Bericht etwa 250 W im Mittel ohne ACE Pro und 300 W mit ACE Pro.
Was kostet der Betrieb und wie steht es um Ersatzteile?
Hotend und Düse sind werkzeuglos wechselbar, die Düse gibt es laut Hersteller in vier Größen. Die ACE Pro ist die größte laufende Kostenstelle, weil sie Spülabfall erzeugt. Die abnehmbare PEI-Platte erleichtert das Entnehmen der Drucke. Notebookcheck merkt an, dass das Kunststoffgehäuse Kratzer annimmt und Wartung erschwert.
Wie unterscheidet sich der Kobra S1 von den anderen Anycubic-Modellen?
Anycubic baut mehrere Mehrfarbdrucker mit unterschiedlichem Ansatz. Der Kobra S1 ist geschlossen, hat ein CoreXY-Kinematiksystem und nutzt die ACE Pro als externe Einheit. Der Kobra X ist dagegen ein offener Drucker mit vier Kanälen direkt am Druckkopf und 260 × 260 × 260 mm Bauraum. Er ist die schlankere und günstigere Lösung, kann aber ohne Gehäuse keine warping-anfälligen Werkstoffe sicher drucken.
Der Kobra S1 Max ist die größere Ausbaustufe mit 350 × 350 × 350 mm und aktiv beheizter Kammer. Er nutzt die neue ACE 2 Pro, die nicht zum S1 passt. Entscheidest du dich für den S1, bleibst du also beim Zubehör der ersten Generation.
Worauf solltest du vor dem Kauf achten?
Prüfe zuerst, welche Variante du bestellst. Das Basismodell druckt einfarbig, das Combo bringt die ACE Pro mit. Plane Platz ein: Drucker und ACE Pro zusammen brauchen deutlich mehr Fläche als der Drucker allein. Kalkuliere außerdem den Spülabfall ein, wenn du viele Farbwechsel druckst.
Wenn du später auf offene Firmware oder tiefes Tuning Wert legst, sieh dir die Community-Optionen an. Notebookcheck nennt Rinkhals als Weg zu mehr Freiheit. Wer nur drucken will, kommt mit den Standardprofilen des Anycubic Slicer Next gut aus. Eine Einordnung nach Preisklassen bietet die Übersicht 3D-Drucker Kaufberatung.
Was Testberichte sagen
- Notebookcheck: Das Combo mit ACE Pro sei ein stimmiges Gesamtpaket für Einsteiger, die günstig in den Mehrfarbdruck wollen. Für Bastler mit Tuning-Wunsch passe es weniger. Gelobt werden Touchscreen, Slicer-Profile, Kamera und die Maßhaltigkeit. Kritisiert werden Abfall, anfängliche Probleme der ACE Pro und die nicht immer perfekte Bettkalibrierung.
- 3DJake: Die Kundenstimmen auf der Händlerseite loben die schnelle Einrichtung und die Qualität ohne Nachkalibrieren. Sie bemängeln die begrenzte Auflösung der Kamera, den gewöhnungsbedürftigen Slicer und Probleme nach einem Firmware-Update. Die Seite weist den Drucker zum Zeitpunkt der Recherche als ausverkauft aus.
Beide Quellen sehen das Gerät als Einsteigerlösung mit solider Qualität. Bei Details zum Mehrfarb-Zubehör gehen die Erfahrungen auseinander.
Wie schneidet die Druckqualität ab?
Notebookcheck bescheinigt dem Kobra S1 mit Standardeinstellungen gute Ergebnisse und maßhaltige Teile. Brücken gelangen sehr gut, Überhänge bis etwa 60° ebenfalls. Steilere Überhänge sahen schwächer aus. Die Qualität hängt laut Bericht stark von der Geschwindigkeit ab.
Bei der Bettkalibrierung arbeitet LeviQ 3.0 mit Lastzellen. Der Bericht schreibt, die automatische Nivellierung klappe meistens, sei aber nicht immer perfekt. Während des Drucks lässt sich wenig nachjustieren. Das Öffnen der Tür pausiert den Druck nicht.
Zur Sicherheit bringt der Drucker laut Hersteller mehrere Funktionen mit: Filamentsensor, Spaghetti-Erkennung, Überwachung der Riemenspannung und Fortsetzen nach Stromausfall. Das hilft, wenn du lange Drucke unbeaufsichtigt laufen lässt. Ersetzen kann es die Kontrolle bei kritischen Teilen nicht.
Für wen, für wen nicht
Der Kobra S1 passt, wenn du geschlossen und schnell drucken willst und Wert auf einen einfachen Start legst. Er passt zu dir, wenn du ABS oder ASA ausprobieren willst und nicht an der Firmware schrauben möchtest. Einsteiger finden weitere Modelle in der Bestenliste 3D-Drucker für Anfänger.
Weniger passt er, wenn du sehr wenig Abfall im Mehrfarbdruck willst, offene Firmware brauchst oder eine beheizte Kammer für technische Werkstoffe suchst. Brauchst du mehr Platz, lohnt sich ein Blick auf das größere Modell Kobra S1 Max.
Alternativen
Die naheliegende Alternative ist der Bambu Lab P1S, ebenfalls ein geschlossener CoreXY mit Mehrfarb-Erweiterung. Das direkte Duell siehst du im Vergleich Kobra S1 gegen P1S, den Markenvergleich unter Anycubic gegen Bambu Lab.

Bambu Lab P1S
Geschlossenes CoreXY-Gerät, gut für Materialien, die zu Verzug neigen.
- Geschlossener Bauraum
- Automatische Bettnivellierung
- Aktive Vibrationskompensation laut Hersteller
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Die zweite Alternative ist der Elegoo Centauri Carbon, ein Drucker aus der gleichen Preis- und Leistungsklasse. Die Datenblätter beider Geräte vergleichst du am besten auf den Herstellerseiten.

Elegoo Centauri Carbon
Geschlossener CoreXY-Drucker mit Kamera und 320-°C-Düse zum Sofortstart.
- Geschlossene Kammer
- Gehärtete Düse bis 320 °C
- Eingebaute Kamera
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Fazit
Der Anycubic Kobra S1 bietet laut Datenblatt viel Technik für ein Gerät der Einsteiger- bis Mittelklasse: geschlossen, CoreXY, 250 mm Bauraum, leise und mit Mehrfarb-Option. Die Fachquellen bestätigen den einfachen Einstieg. Sie nennen aber auch Abfall im Mehrfarbdruck und wenig Firmware-Freiheit. Mehr zur Marke findest du auf der Seite Anycubic. Wie wir Geräte einordnen, steht unter So vergleichen wir.
Quellen
- Anycubic: Kobra S1 (Produktseite)
- Notebookcheck: Anycubic Kobra S1 Combo mit Ace Pro getestet (2025)
- 3DJake: Anycubic Kobra S1 (Datenblatt und Kundenstimmen)
- China-Gadgets: Anycubic Kobra S1 Max Combo (zur ACE-2-Pro-Kompatibilität)
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