Kobra X

Anycubic Kobra X: Datenblatt, Stärken, Schwächen

Der günstige Mehrfarbdrucker von Anycubic im Check: vier Kanäle im Druckkopf, Datenblatt und Urteile der Fachmedien.

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Kurz gesagt

Der Anycubic Kobra X ist ein offener Bettschieber mit 260 × 260 × 260 mm Bauraum und vier Filamentkanälen direkt im Druckkopf. Er eignet sich für Einsteiger, die günstig mehrfarbig mit PLA und PETG drucken wollen. Kompromisse laut Fachmedien: kein Gehäuse, Einstellarbeit bei den Spülwerten und Spülabfall.

Der Anycubic Kobra X ist ein offener Bettschieber-Drucker, der vier Filamente direkt im Druckkopf umschaltet. Er richtet sich an alle, die günstig in den Mehrfarbdruck einsteigen wollen. Dieser Bericht ordnet die Herstellerangaben ein und fasst zusammen, was Fachmedien sagen. Wir haben das Gerät nicht selbst getestet.

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Anycubic Kobra X

Mehrfarbdrucker für Einsteiger mit Vierfarb-System.

  • 4-Farbdruck laut Hersteller
  • Automatische Nivellierung
  • Weiche und harte Filamente
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bauart: offener Cartesian-Drucker (Bettschieber) mit 260 × 260 × 260 mm Bauraum und Direct-Drive-Extruder.
  • Mehrfarbdruck: 4 Farben direkt im Druckkopf, mit ACE 2 Pro und Hubs laut Hersteller bis 19 Farben.
  • Geschwindigkeit laut Hersteller: bis 600 mm/s, empfohlen 300 mm/s.
  • Stärke: günstiger Einstieg in Mehrfarbdruck, einfacher Aufbau, gehärtete Düse serienmäßig.
  • Schwächen: kein Gehäuse, zu konservative Spülwerte ab Werk, Übersetzungsfehler in App und Handbuch.

Was ist der Anycubic Kobra X?

Der Anycubic Kobra X ist ein FDM-Drucker mit dem Mehrfarbsystem ACE Gen 2. Das System sitzt laut Anycubic im Druckkopf (Toolhead) und wechselt zwischen vier Filamentkanälen. Eine externe Box ist für vier Farben deshalb nicht nötig. Anycubic wirbt damit, dass dabei weniger Material verloren geht als bei klassischen Wechselsystemen.

Der Kobra X konkurriert vor allem mit dem Bambu Lab A1, der ebenfalls ein offener Bettschieber ist und eine externe Mehrfarb-Einheit nutzt. Einen direkten Vergleich findest du unter Kobra X gegen Bambu Lab A1.

Datenblatt

Merkmal Wert laut Hersteller
Bauraum 260 × 260 × 260 mm
Bauart offener Rahmen, Bettschieber, kein Gehäuse
Geschwindigkeit empfohlen 300 mm/s, maximal 600 mm/s
Beschleunigung empfohlen 10.000 mm/s², maximal 20.000 mm/s²
Extruder Direct Drive, Einzel-Extruder
Düse und Hotend 0,4 mm gehärteter Stahl (0,25/0,6/0,8 mm optional), bis 300 °C
Heizbett bis 110 °C laut Händlerdatenblatt, magnetische PEI-Federstahlplatte
Kalibrierung LeviQ 3.0
Mehrfarb-Option 4 Farben ab Werk, bis 19 Farben mit ACE 2 Pro und Hubs
Anschlüsse USB, LAN, WLAN (Dual-Band)
Slicer Anycubic Slicer Next
Display und Kamera 3,5-Zoll-Touchscreen, Kamera mit 720p
Gewicht und Maße ca. 9,5 kg, 455,4 × 445,3 × 461,3 mm
Lautstärke 48 dB oder weniger

Angaben laut Hersteller beziehungsweise Händlerdatenblatt. Ein Fachtest nennt für das Heizbett 100 °C.

Wie funktioniert das Mehrfarbsystem ACE Gen 2?

Die ACE Gen 2 schaltet im Druckkopf zwischen vier Kanälen um. Laut Anycubic sinkt der Materialverbrauch beim Farbwechsel um rund 81 Prozent gegenüber klassischen Systemen. Den Wert gibt der Hersteller selbst an. All3DP kommt im eigenen Vergleich zu einem anderen Ergebnis: Die Einsparung bei Zeit und Abfall liege deutlich unter der beworbenen Hälfte.

Wichtiger für den Alltag sind die Spülwerte. All3DP berichtet, dass die Werkseinstellungen zu konservativ sind. Farben liefen dadurch ineinander, bis die Werte angepasst wurden. Plane deshalb ein, die Spülmengen einmal nachzustellen. Hintergründe zu Systemen und Abfall findest du unter Multicolor-Systeme.

Wie viele Farben sind möglich und was kostet der Ausbau?

Ab Werk druckt der Kobra X 4 Farben. Für bis zu 19 Farben nennt Anycubic 4 × ACE 2 Pro, 3 × 8-Farben-Filament-Hub und 1 × 2-Farben-Filament-Hub. Das ist ein großer Ausbau. Für die meisten Projekte reichen 4 Farben.

Tipp: Die ACE Gen 2 ist laut Anycubic nicht mit der ACE Pro der ersten Generation kompatibel. Zubehör vom Kobra S1 passt also nicht.

Welche Materialien druckt der Kobra X?

Die Düse besteht ab Werk aus gehärtetem Stahl und erreicht 300 °C. All3DP druckte damit auch glasfaserverstärktes PCTG ohne Verstopfer. Der Drucker hat aber kein Gehäuse. TechRadar nennt den offenen Rahmen deshalb als Einschränkung bei der Materialwahl. PLA und PETG sind das Kerngeschäft. Für ABS oder ASA wählst du besser einen geschlossenen Drucker, etwa den Kobra S1. Mehr zu den Werkstoffen steht unter PLA und PETG.

Wie laut ist der Kobra X und wo stellst du ihn auf?

Anycubic gibt höchstens 48 dB an. China-Gadgets hält ihn für lauter als den Bambu Lab A1 und nennt Spitzen bis 62 dB. Messbedingungen sind dort nicht im Detail beschrieben. Plane den Drucker deshalb nicht ins Schlafzimmer.

Der Drucker wiegt rund 9,5 kg. Jede ACE 2 Pro wiegt laut China-Gadgets etwa 3,7 kg zusätzlich. Dazu kommen lange Filamentschläuche, die das Gerät unübersichtlich wirken lassen. Offene Rollen auf dem Rahmen haben keinen Staub- oder Feuchteschutz.

Wie gut ist die Software?

Der Kobra X läuft mit der Firmware Kobra OS. Als Slicer führt Anycubic den Anycubic Slicer Next. Der ältere Anycubic Slicer listet das Modell laut China-Gadgets nicht. All3DP schreibt, die Stabilität des Slicers habe einen schlechten Ruf, und manche Nutzer greifen zu OrcaSlicer mit Community-Profil. Der LAN-Modus arbeitet laut All3DP ohne Konto stabil.

Zwei Hinweise aus den Berichten: China-Gadgets nennt Übersetzungsfehler in App, Handbuch und Software. All3DP warnt vor dem QR-Code im Setup, der auf eine zweifelhaft wirkende Seite führte, und empfiehlt die App aus dem offiziellen Store. Überblick zu Programmen: Slicer-Software.

Was kostet der Betrieb und wie steht es um Ersatzteile?

Der größte laufende Posten ist der Spülabfall beim Farbwechsel. Dazu kommt der mögliche Ausbau mit weiterem ACE-Zubehör. All3DP kritisiert, dass der Düsenwechsel im Vergleich zu Rivalen fummelig ist. Die Langzeit-Ersatzteillage bleibt offen, denn die ACE Gen 2 gibt es bislang nur in diesem Modell.

Wie gut ist die Druckqualität?

TechRadar beschreibt die erste Schicht als sehr gleichmäßig. Die Maßgenauigkeit bewertet der Test mit 4 von 5 Punkten bei einem mittleren Fehler von rund 0,14 mm in X und Y. In den Benchmarks zu Überhängen, Brücken und Oberflächen erreichte das Gerät 25,5 von 28 Punkten. Das Testmedium findet die Genauigkeit besser als bei vielen CoreXY-Druckern.

All3DP nennt die Qualität für den Preis solide, mit guten Ecken und Rundungen. China-Gadgets lobt die gleichmäßige Temperaturverteilung auf dem Bett. Alle drei Berichte beziehen sich auf PLA-Drucke mit Standardprofilen. Für Spezialwerkstoffe liegen kaum Daten vor.

TechRadar empfiehlt, die Druckplatte regelmäßig zu reinigen, weil sie Fingerfett aufnimmt. Das gilt für jede PEI-Platte und kostet im Alltag nur wenige Sekunden. Das Setup gelingt laut China-Gadgets in 15 bis 20 Minuten, All3DP nennt unter einer Stunde.

Worauf solltest du vor dem Kauf achten?

Prüfe zuerst deinen Stellplatz. Der Kobra X mit Filamentrollen und Schläuchen braucht mehr Raum als sein Rahmen vermuten lässt. Offene Spulen auf dem Rahmen sammeln Staub und nehmen Feuchtigkeit auf. Bewahre Rollen, die du nicht nutzt, trocken auf. Das Problem betrifft vor allem PETG und TPU, wie der Ratgeber Filament feucht erklärt.

Frage dich außerdem, wie oft du wirklich mehr als vier Farben brauchst. Der Ausbau auf 19 Farben ist teuer und aufwendig. Für Beschriftungen, Logos und einfache Farbobjekte reichen vier Kanäle meist aus. Eine Übersicht nach Einsatzzweck bietet unsere Kaufberatung.

Wie schlägt sich der Kobra X gegen den Kobra S1?

Beide stammen von Anycubic und verfolgen unterschiedliche Konzepte. Der Kobra X ist offen, klein und setzt auf vier Kanäle im Druckkopf. Der Kobra S1 ist geschlossen, hat 250 × 250 × 250 mm Bauraum und nutzt die externe ACE Pro. Der S1 passt besser, wenn du ABS oder ASA drucken willst und Wert auf Geräuschdämmung legst. Der X passt besser, wenn dir ein günstiger Mehrfarb-Einstieg wichtiger ist.

Wer großformatig denkt, schaut auf den Kobra S1 Max mit 350 × 350 × 350 mm Bauraum. Die Verbindung zu Bambu Lab beleuchtet der Markenvergleich Anycubic gegen Bambu Lab.

Was Testberichte sagen

  • All3DP (englisch): Der Kobra X sei ein günstiger, leistungsfähiger Mehrfarbdrucker, der aber Einstellarbeit braucht. In mehreren Wochen traten keine Verstopfer oder kritischen Fehler auf. Der Aufbau dauerte unter einer Stunde.
  • TechRadar: Der Test vergibt 4,5 von 5 Punkten und lobt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Maßgenauigkeit bewertet der Test mit 4 von 5, der offene Rahmen begrenzt aber die Materialwahl.
  • China-Gadgets: Der Autor, ein Erstnutzer, nennt das Gerät sehr einsteigerfreundlich, mit guter Qualität ab Werk und besseren PLA-Drucken als beim eigenen Bambu Lab A1 mini. Er kritisiert Kabelsalat und die Übersetzungen.

Alle drei Quellen sehen das Preis-Leistungs-Verhältnis positiv. Sie weisen auf den Spülabfall und die Einschränkungen des offenen Rahmens hin.

Für wen, für wen nicht

Der Kobra X passt, wenn du mit kleinem Budget mehrfarbig drucken willst und vor allem PLA und PETG nutzt. Er passt auch für Einsteiger, die einen schnellen Aufbau schätzen. Weitere Modelle für den Start zeigt die Bestenliste 3D-Drucker für Anfänger.

Weniger passt er, wenn du ABS, ASA oder andere warping-anfällige Werkstoffe drucken willst. Auch wer wenig Abfall, einen leisen Betrieb und garantierte Teileversorgung sucht, sollte genau vergleichen. Alle Marken im Überblick: Anycubic.

Alternativen

Der Bambu Lab A1 ist die direkte Konkurrenz mit etabliertem Ökosystem. Er nutzt eine externe Mehrfarb-Einheit, das AMS lite.

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Bambu Lab A1

Offener Allrounder mit großem Bauraum, für Einsteiger wie Fortgeschrittene.

  • Bauraum 256 × 256 × 256 mm laut Hersteller
  • Automatische Kalibrierung
  • Mehrfarbig mit AMS lite nachrüstbar
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Wer ein geschlossenes Gerät sucht, wählt den Kobra S1 mit ACE Pro.

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Anycubic Kobra S1 Combo

Geschlossener Mehrfarb-Drucker mit Filamenttrocknung und leisem Betrieb.

  • ACE Pro mit 4 Farben
  • Aktive Trocknung bis 55 °C
  • Bis 46 dB laut Hersteller
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Fazit

Der Anycubic Kobra X bietet Mehrfarbdruck mit vier Kanälen im Druckkopf zu einem Preis, den Fachmedien als günstig bewerten. Die Qualität überzeugt laut TechRadar und China-Gadgets, der Spülabfall und die Einstellarbeit bleiben die Kompromisse. Für warping-anfällige Werkstoffe brauchst du ein Gehäuse. Wie wir Geräte einordnen, steht unter So vergleichen wir, weitere Modelle unter Mehrfarbige 3D-Drucker.

Quellen

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026