Glossar · Material

Carbonfaser-Filament (CF)

Steifer und matter drucken mit kurzen Carbonfasern: Vorteile, Nachteile und die Sache mit der Düse.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

Carbonfaser-Filament (CF) ist ein Kunststoff-Filament, etwa PLA, PETG oder Nylon, dem kurze Carbonfasern beigemischt sind. Es druckt steifer und maßhaltiger mit matter Oberfläche, wirkt aber abrasiv und verschleißt weiche Messingdüsen, weshalb eine gehärtete Düse empfohlen wird.

Was ist Carbonfaser-Filament?

Carbonfaser-Filament besteht aus einem Basiskunststoff, dem kurze, gemahlene Carbonfasern zugesetzt sind. Als Basis dienen häufig PLA, PETG oder Nylon, entsprechend heißen die Sorten etwa „PLA-CF“, „PETG-CF“ oder „PA-CF“. Die Fasern sind nur Bruchteile eines Millimeters lang. Es ist also kein Endlosfaser-Verbund, wie du ihn aus dem Leichtbau kennst.

Im Vergleich zum reinen Grundmaterial druckt CF meist steifer, bleibt oft formstabiler und zeigt eine matte, leicht körnige Oberfläche, die Schichtlinien optisch kaschiert. Dafür sinkt häufig die Zähigkeit, die Teile reagieren dann spröder auf Schläge. Wie stark die Effekte ausfallen, hängt vom Faseranteil und vom Basismaterial ab. Die Herstellerangaben auf der Spule nennen die genauen Werte.

Wann lohnt sich Carbonfaser-Filament?

CF eignet sich, wenn du steife, leichte und maßhaltige Teile brauchst. Typische Beispiele sind Halterungen, Gehäuse, Rahmenteile für Modellbau oder Werkzeugaufnahmen. Auch wer eine matte, hochwertig wirkende Optik möchte, greift gern dazu.

  • Vorteile: hohe Steifigkeit, bei vielen Sorten wenig Verzug, matte Oberfläche, gut zu schleifen.
  • Nachteile: abrasiv, meist teurer als das Grundmaterial, oft geringere Zähigkeit, sehr feine Details können leiden.
  • Wichtig: Eine normale Messingdüse nutzt sich damit schnell ab. Die Öffnung wird größer, und die Maßhaltigkeit leidet. Verwende deshalb eine gehärtete Düse.

Mehr zu diesem Düsentyp steht im Eintrag Gehärtete Düse. Viele Maker nehmen für CF außerdem einen etwas größeren Düsendurchmesser, weil sich die Fasern in sehr engen Öffnungen leichter festsetzen können.

Beim Drucken gibt es einige Besonderheiten. Faserhaltige Mischungen sind oft empfindlicher gegenüber Feuchtigkeit, besonders mit Nylon als Basis. Trockne die Spule deshalb vor dem Druck, wenn das Datenblatt es nahelegt. Temperatur und Retraction stellst du am besten nach den Herstellerangaben ein, denn Mischungen verhalten sich anders als das reine Material. Beim Schleifen entsteht feiner Staub. Vermeide es, ihn einzuatmen, und arbeite mit Absaugung oder nass. Einsteiger starten meist mit PLA-CF oder PETG-CF, weil sich diese Sorten leichter drucken lassen als Varianten auf Nylonbasis.

In der Praxis

Prüfe vor dem Kauf, ob dein Drucker mit abrasiven Materialien klarkommt, und lies das Datenblatt der Spule für Temperatur und Trocknung. Basiert das CF-Filament auf Nylon, gilt auch dessen Feuchteempfindlichkeit, siehe Nylon. Einen Überblick über Sorten und Eigenschaften bekommst du in unserer Filament-Übersicht.

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Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026