Kurz gesagt
QIDI baut geschlossene FDM-Drucker mit aktiver Kammerheizung bis 65 °C und Düsen bis 370 °C. Der Q2 bietet 270 mm Kantenlänge, Plus4 und Max4 gehen bis 390 mm. Die Marke passt zu ABS, ASA, PA und carbonfaserverstärkten Materialien. Bei der QIDI Box für Mehrfarbdruck zeigte der Test von Tom's Hardware Probleme.
QIDI baut geschlossene FDM-Drucker mit aktiver Kammerheizung für technische Materialien. Die aktuellen Modelle heißen Q2, Plus4 und Max4. Hier erfährst du, was sie unterscheidet, wo die Marke stark ist und wo sie Schwächen zeigt.
Wer steckt hinter QIDI?
Auf der eigenen Unternehmensseite nennt QIDI Tech 2014 als Gründungsjahr. Als Firma erscheint DI JIA TECHNOLOGY LIMITED mit einer Adresse in Hongkong. Die Seite erwähnt außerdem ein Werk und ein Entwicklungszentrum, nennt aber keine Orte und keine Mitarbeiterzahl. QIDI gibt an, dass die Produkte die Zertifizierungen MET, CE, FCC und RoHS erfüllen.
Das Sortiment umfasst Drucker, Filamente und Zubehör. Die Serien heißen Q-Serie mit Q1 Pro und Q2, X-Serie mit X-Max 3, dazu kommen Plus4, Max4 und die QIDI Box als Filamentsystem. Als Software nennt QIDI die Programme QIDI Studio und QIDI Link.
Die aktuellen Modelle
Die Tabelle zeigt die Modelle, die wir hier einordnen. Alle vier drucken mit einer Bimetall-Düse bis 370 °C, und alle haben eine Kammerheizung bis 65 °C. Der Unterschied liegt im Bauraum und im Tempo. Zum Q2 gibt es einen eigenen Einzelbericht zum QIDI Q2.
| Modell | Klasse | Bauraum | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Q2 | Mittelgroß, geschlossen | 270 × 270 × 256 mm | Bis 600 mm/s, Kammer 65 °C, 3-fach-Luftfilter |
| Q2 Combo | Mittelgroß, mit QIDI Box | 270 × 270 × 256 mm | Q2 plus QIDI Box für bis zu 16 Farben |
| Plus4 | Groß, geschlossen | 305 × 305 × 280 mm | Bis 600 mm/s, Düsen in 0,2 / 0,4 / 0,6 / 0,8 mm |
| Max4 | Sehr groß, geschlossen | 390 × 390 × 340 mm | Bis 800 mm/s, Volumenfluss 40 mm³/s |
Angaben laut Hersteller und Händlerseiten.
Q2: der Einstieg in die Kammerheizung

QIDI Q2
Geschlossener Drucker mit 270 mm Kantenlänge, Kammerheizung bis 65 °C und Düse bis 370 °C.
- Aktive Kammerheizung bis 65 °C
- Bimetall-Düse bis 370 °C
- 3-fach-Luftfilter mit HEPA und Aktivkohle
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Der Q2 hat laut 3DJake einen Direct-Drive-Extruder mit gehärteten Stahlzahnrädern und ein Multi-Metal-Hotend mit Keramikheizer. Das Bett erreicht 120 °C, die Kammer bis zu 65 °C. Die Filterung besteht aus G3-Vorfilter, H12-HEPA-Filter und Aktivkohle. Die Software ist Klipper-basiert, als Slicer nennt QIDI QIDI Studio, PrusaSlicer und Orca. Der Drucker ist für ABS, ASA, PC, PA sowie glas- und carbonfaserverstärkte Filamente ausgelegt.
Tom’s Hardware lobt in seinem Test des Q2 Combo die gute erste Schicht durch die Lastzellen-Nivellierung, die Verarbeitung abrasiver Filamente und den guten Umgang mit ABS und ASA. Zu den Schwächen zählen der laute Betrieb und ein Konflikt zwischen Touchscreen und Tür. Für kühlere Materialien wie PLA, PETG und TPU lässt sich der Deckel verschieben, damit die Kammer nicht zu warm wird.

QIDI Q2 Combo
Geschlossener CoreXY-Drucker mit beheizter Kammer für Technikmaterialien.
- Kammer bis 65 °C beheizt
- Gehärtete Bimetall-Düse bis 370 °C
- HEPA-H12-Filter und Kamera
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Die QIDI Box verspricht Mehrfarbdruck mit bis zu 16 Farben. Im Test von Tom’s Hardware scheiterte sie jedoch mehrfach. Die Box bewegte Filament mit zu viel Reibung, Mehrfarbdrucke wurden nicht fertig, und mit hartem TPU klemmte sie. Als Trockner arbeitete sie gut. QIDI erklärte, das Testgerät sei eine frühe Einheit gewesen und man arbeite an den Problemen. Der österreichische Standard beschreibt den Q2 mit Filamentbox ebenfalls als schwierigen Begleiter. Planst du Mehrfarbdruck, prüfe vor dem Kauf aktuelle Erfahrungen. Alternativen zeigt die Seite zu Multicolor-Systemen.
Plus4 und Max4: mehr Bauraum
Der Plus4 bietet laut QIDI 305 × 305 × 280 mm Bauraum, 600 mm/s und eine Kammerheizung der zweiten Generation bis 65 °C. Das Bett ist 120 °C heiß. Du kannst Düsen in 0,2, 0,6 und 0,8 mm zusätzlich wählen. Der Drucker wiegt 27 kg.

QIDI Max4 Combo
Sehr großer geschlossener Drucker mit 390 × 390 × 340 mm und QIDI Box.
- 390 × 390 × 340 mm Bauraum
- Bis 800 mm/s laut Hersteller
- Kammerheizung bis 65 °C
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Der Max4 ist mit 390 × 390 × 340 mm der große Bruder. Laut 3DJake druckt er mit bis zu 800 mm/s und 30.000 mm/s² Beschleunigung. Der Volumenfluss liegt bei 40 mm³/s. Der Antrieb nutzt laut 3DJake FOC-Closed-Loop-Schrittmotoren, die Steuerung läuft über einen 5-Zoll-Touchscreen. Die Düse erreicht 370 °C. Ein Polar Cooler ist als optionales Upgrade genannt. Der Drucker wiegt 46,5 kg, plane also Stellfläche und Tragkraft ein. Ähnlich große Modelle vergleicht die Seite zu großen 3D-Druckern.
Was bringt die Kammerheizung?
Eine aktive Kammerheizung wärmt den Bauraum auf bis zu 65 °C. Das senkt den Temperaturunterschied zwischen Druckbett und Umgebung. Materialien wie ABS, ASA, PA und PC schrumpfen beim Abkühlen stark und verziehen sich. Warme Luft in der Kammer bremst das Warping, weil die Schichten langsamer abkühlen. Der Q2 hat dafür laut 3DJake eine eigene Heizung mit 280 W zusätzlich zur Nennleistung von 350 W.
Für PLA ist diese Wärme eher hinderlich. Das Material wird in zu warmer Luft weich und kann im Hotend verstopfen. QIDI lässt deshalb beim Q2 den Deckel verschieben. Tom’s Hardware beschreibt das als Weg, PLA, PETG und TPU zu kühlen. Wer vor allem PLA druckt, braucht diese Funktion nicht und findet in der Mittelklasse oft günstigere Geräte.
Die Heizung hat ihren Preis im Strombedarf. Der Plus4 nennt 450 W plus 400 W für die Kammer, der Max4 ein Heizbett mit 700 W und 150 W plus 500 W für die Kammer. Rechne die Betriebskosten mit dem Druckkosten-Rechner durch.
Für wen die Marke passt
QIDI passt zu Käufern, die technische Filamente drucken wollen. Dazu zählen ABS, ASA, PC, PA und carbonfaserverstärkte Materialien. Die Kombination aus Kammerheizung, gehärteten Extruderteilen und Bimetall-Düse ist dafür gedacht. Wer sich in dieses Feld einarbeitet, liest vorab die Seite zu technischen Filamenten und zu ABS und ASA.
Weniger passend ist QIDI für Käufer, die ein ruhiges Gerät fürs Wohnzimmer wollen. Tom’s Hardware nennt den Q2 laut. Auch wer Mehrfarbdruck ohne Bastelei erwartet, findet bei anderen Marken reifere Systeme. Für den Betrieb in der Wohnung hilft die Seite zu 3D-Druckern für zuhause.
Tipp: ABS, ASA, PC und PA geben beim Drucken Dämpfe ab. Der Luftfilter des Q2 soll laut Hersteller 99,5 Prozent der Partikel aufnehmen. Er ersetzt keine Lüftung. Stelle den Drucker in einen Raum, in dem du dich nicht lange aufhältst, und lüfte nach dem Druck.
Software, Ersatzteile, Service
QIDI nutzt Klipper als Firmware-Basis und liefert QIDI Studio als eigenen Slicer. Der Q2 liest STL, OBJ, 3MF und STEP, läuft unter Windows, macOS und Linux und verbindet sich per WLAN, LAN und USB. Eine Kamera ist für Livestream und Zeitraffer eingebaut. Beim Max4 meldet eine KI-Kamera Fehler wie Spaghetti-Bildung oder abgelöste Teile.
Die Marke betreibt ein eigenes Wiki und Shops mit deutscher Oberfläche. Die Zubehörlisten sind nach Druckermodell sortiert. 3DJake führt Q2, Plus4 und Max4 mit eigenen Produktseiten. Frage vor dem Kauf nach Garantie, Ersatzteilen und Lieferzeit, wenn du Verschleißteile wie Düsen und Filter brauchst. Der Q2 nutzt einen Original-3-in-1-Filter, den es einzeln zu kaufen gibt.
Stärken und Schwächen
Stärken
- Aktive Kammerheizung bis 65 °C bei Q2, Plus4 und Max4.
- Bimetall-Düse bis 370 °C und gehärtete Extruderteile für abrasive Filamente.
- Drei Größen von 270 mm bis 390 mm Kantenlänge.
- Dreistufiger Luftfilter im Q2 und im Max4.
Schwächen
- QIDI Box im Test von Tom’s Hardware mit Fehlern bei Mehrfarbdruck.
- Der Q2 ist laut Test laut.
- Die Filamentlisten von Drucker und Slicer stimmten im Test nicht überein.
- Max4 wiegt 46,5 kg und braucht viel Stellfläche.
QIDI im Vergleich zu anderen Marken
QIDI konkurriert vor allem mit Bambu Lab um Käufer, die geschlossene Drucker suchen. Dort bietet das Profil von Bambu Lab ein ausgebautes Ökosystem. Den Bambu Lab P1S ordnet der Einzelbericht zum P1S ein. QIDI punktet mit der aktiven Kammerheizung, Bambu Lab mit der Mehrfarbtechnik. Die Übersicht aller Marken findest du unter 3D-Drucker-Marken.
Fazit
QIDI lohnt sich, wenn du Materialien wie ABS, ASA, PA und PC drucken willst und eine aktive Kammerheizung suchst. Der Q2 ist der Einstieg, der Plus4 bietet mehr Platz, der Max4 den größten Bauraum. Die QIDI Box war im Fachtest die Schwachstelle, prüfe also aktuelle Erfahrungen. Plane Lüftung und Stellplatz ein.
Quellen
- About – QIDI Tech
- QIDI Tech Q2 – 3DJake
- QIDI Tech Max4 – 3DJake
- QIDI Plus 4 Technische Daten – QIDI
- QIDI Q2 Combo Review – Tom’s Hardware
- QIDI Q2 im Test – Der Standard
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