Kreativ & Geschenke

Lithophane selbst drucken: Anleitung vom Foto zur Leuchte

So wird aus einem Foto eine leuchtende Platte: Foto, Einstellungen, Filament und Licht im Überblick.

Von RedaktionAktualisiert am So vergleichen wir

Kurz gesagt

Eine Lithophane druckst du aus weißem PLA, stehend, mit 100 % Infill und 0,1 bis 0,12 mm Schichthöhe. Ein Generator wandelt dein kontrastreiches Foto in eine Platte von etwa 0,8 bis 3,2 mm Dicke um. Im Gegenlicht einer LED erscheint das Bild.

Ein Foto, das im Gegenlicht erst richtig sichtbar wird: Das ist eine Lithophane. Du druckst sie aus weißem Filament, hängst sie ans Fenster oder stellst sie vor eine LED. Dieser Ratgeber zeigt dir Schritt für Schritt, wie aus einem Foto ein leuchtendes Geschenk wird. Er richtet sich an alle, die schon einen FDM-Drucker besitzen oder kurz vor dem Kauf stehen.

Was ist eine Lithophane und wie funktioniert sie?

Eine Lithophane ist eine dünne Platte, deren Dicke ein Bild abbildet. Laut dem Hersteller QIDI Tech funktioniert sie als Dickenkarte: Dicke Stellen lassen wenig Licht durch und wirken dunkel, dünne Stellen leuchten hell. Die Dicke liegt typischerweise zwischen etwa 0,8 und 3,2 mm.

Ein Lithophane-Generator rechnet dafür die Helligkeit jedes Bildpunkts in eine Höhe um. Das Ergebnis ist eine STL-Datei, die du wie jedes andere Modell in den Slicer lädst. Ohne Gegenlicht sieht die Platte unscheinbar aus. Mit Licht entsteht ein Bild mit weichen Graustufen.

Welches Foto eignet sich für eine Lithophane?

Am besten funktionieren Fotos mit mittlerem Kontrast und klarem Motiv. Formlabs empfiehlt Bilder mit mittlerem Kontrast und rät bei flauen Fotos, sie in Schwarzweiß umzuwandeln, den Kontrast zu erhöhen oder den Hintergrund zu entfernen. QIDI nennt kontrastreiche Vorlagen als Ausgangspunkt.

  • Gut geeignet: Porträts vor ruhigem Hintergrund, Haustiere, Landschaften mit klarer Silhouette.
  • Schlecht geeignet: Gruppenfotos mit vielen kleinen Gesichtern, Aufnahmen bei schwachem Licht, sehr bunte Muster.

Nutze nur Fotos, die du selbst gemacht hast oder die du verwenden darfst. Bei Bildern anderer Personen brauchst du deren Einverständnis, besonders bei Geschenken mit Gesichtern.

Expert Insight: Die Platte kann nur Helligkeitsstufen darstellen. Farben spielen deshalb keine Rolle. Ein Foto, das schon als Schwarzweißbild gut lesbar ist, ergibt fast immer auch eine gute Lithophane.

Mit welchen kostenlosen Tools erzeugst du die STL-Datei?

Für den Einstieg reichen kostenlose Web-Generatoren. Formlabs nennt den Image-to-Lithophane-Converter von 3dp.rocks als einfachste Option. Weitere Wege sind Photoshop mit einer Lithophane-Aktion oder Blender für mehr Kontrolle. Sovol nennt zusätzlich LithophaneMaker. Viele Slicer bieten ebenfalls eine eingebaute Funktion, die ein Bild direkt in eine Platte umrechnet. Welche das ist, hängt vom Programm ab.

Slicer-Software im Vergleich hilft dir bei der Wahl, falls du noch keinen Favoriten hast. Im Generator stellst du drei Dinge ein:

  • Bildart: „Positive Image“ wählen. QIDI empfiehlt genau diese Einstellung.
  • Dicke: Sovol nennt als Startwerte etwa 0,8 mm Minimum und 3 mm Maximum. Der Hersteller beschreibt das als ersten Versuch und nicht als feste Regel.
  • Größe: Sovol nutzt in seinem Beispiel 100 mm Kantenlänge.

Welche Slicer-Einstellungen brauchst du für eine Lithophane?

Drucke die Lithophane stehend, mit 100 % Infill und feiner Schichthöhe. QIDI empfiehlt 0,1 oder 0,12 mm Schichthöhe und rechtwinkliges Füllmuster mit 100 %. Bei niedrigerem Infill können innere Hohlräume ein Moiré-Muster erzeugen, sobald die Platte von hinten beleuchtet wird.

Einstellung Empfehlung Quelle
Ausrichtung stehend (vertikal) QIDI, Sovol
Schichthöhe 0,1 bis 0,12 mm QIDI
Infill 100 %, rechtwinklig QIDI
Geschwindigkeit 30 bis 45 mm/s QIDI
Haftung Brim oder breiter Skirt Sovol, QIDI
Dünne-Wände-Erkennung abschalten QIDI

Warum stehend drucken?

Beim liegenden Druck begrenzt die Düsenbreite von etwa 0,4 mm die Detailtiefe. Beim stehenden Druck bestimmt die Schichthöhe die Auflösung. Deshalb liefert die stehende Variante feinere Bilder. Der Nachteil: Hohe, dünne Platten können wackeln. QIDI rät dazu, die lange Kante entlang der Y-Achse auszurichten und einen Brim zu setzen.

Wozu die Dünne-Wände-Erkennung abschalten?

Die dünnsten Stellen der Platte sind die hellsten Lichter im Bild. Erkennt der Slicer sie als zu dünn, lässt er sie weg. QIDI empfiehlt deshalb, die Funktion zu deaktivieren. So bleiben die Highlights erhalten.

Zu den Grundlagen gehört auch die Schichthöhe: Je kleiner der Wert, desto feiner das Bild und desto länger der Druck. Sovol beschreibt den Druck als langsam, vor allem bei dünnen Schichten. Plane daher genug Zeit ein, wenn die Lithophane ein Geschenk sein soll.

Wie groß und wie dick sollte die Lithophane sein?

Die Größe bestimmt, wie viel Detail du siehst. Sovol rechnet im Beispiel mit 100 mm Kantenlänge, Formlabs nennt für stehend gedruckte Harzplatten bis zu 175 × 145 mm. Bei FDM-Druckern begrenzt dein Druckbett das Maß, und hohe Platten wackeln eher. Für eine erste Lithophane reicht ein kleines Format, das du schnell als Probe druckst.

Die Dicke steuert den Kontrast. Je größer der Unterschied zwischen dünnster und dickster Stelle, desto stärker die Tiefenwirkung, aber desto weniger Licht kommt an den dunklen Stellen durch. Die genannten 0,8 bis 3,2 mm sind Herstellerwerte und laut Sovol ein Startpunkt. Passe sie nach dem Probedruck an.

Geht das auch mit einem Resin-Drucker?

Ja. Formlabs druckt Lithophanen aus weißem Standard-Resin mit 50 µm Schichthöhe für beste Ergebnisse. 100 µm sind schneller und laut Hersteller immer noch sehr gut. Danach wäscht und härtet man die dünnen Teile; Formlabs nennt 5 Minuten bei 40 °C für das Nachhärten. Beachte bei flüssigem Harz die Sicherheitsregeln, also Handschuhe und Belüftung.

Welches Filament eignet sich für Lithophanen?

Weißes oder naturfarbenes PLA ist die erste Wahl. Sovol weist darauf hin, dass dunklere Farben weniger Licht durchlassen und das Bild flach wirken lassen. QIDI nennt PLA Basic wegen des Kontrasts und PLA Matte wegen der feinen Oberfläche. Stark gefüllte Filamente, etwa mit Carbon, blockieren laut QIDI zu viel Licht.

Alles Wichtige zum Material steht in unserem Überblick zu PLA-Filament. Achte darauf, dass das Weiß möglichst gleichmäßig ist, sonst zeigen sich Farbschwankungen im Bild.

AnzeigeBambu Lab PLA Basic

Bambu Lab PLA Basic

Verlässliches Alltags-PLA mit weiter Temperaturspanne und wiederverwendbarer Spule.

  • 190–230 °C Düsentemperatur
  • Wiederverwendbare Spule laut Hersteller
  • Wärmeformbeständigkeit 57 °C laut Hersteller
Aktuellen Preis prüfen*Zum Vergleich →

* Affiliate-Link, mehr dazu

Wie leuchtest du die Lithophane richtig aus?

Am schönsten wirkt die Platte vor einer gleichmäßigen, kühlen Lichtquelle. Formlabs schlägt ein Fenster mit Sonnenlicht oder einen Rahmen mit LED-Hintergrundbeleuchtung vor. Sovol empfiehlt eine diffuse Niedervolt-Quelle wie einen USB-LED-Streifen. Ein Luftspalt oder eine Diffusorfolie verhindert einen hellen Fleck in der Mitte.

Wärme ist ein Thema: QIDI weist darauf hin, dass PLA bei etwa 55 bis 60 °C weich werden kann. LEDs bleiben kühler als Glühlampen. Verwende deshalb nie eine heiße Glühbirne hinter der Platte.

Wichtiger Hinweis: Betreibe eine selbstgebaute Leuchte nur mit Netzteilen und LED-Modulen, die für den Verwendungszweck zugelassen sind. Eigene Verkabelung an Netzspannung gehört in Fachhände.

Wie wird die Lithophane ein Weihnachtsgeschenk?

Mit einem Rahmen und einer Lichtquelle wird aus der Platte ein fertiges Geschenk. Sovol empfiehlt zuerst einen Probedruck im halben Maßstab, den du im Gegenlicht beurteilst. So erkennst du Kontrastprobleme, bevor du viele Stunden Druckzeit investierst.

  1. Foto wählen und bei Bedarf in Schwarzweiß umwandeln.
  2. Platte im Generator erzeugen und als STL speichern.
  3. Probedruck im halben Maßstab anfertigen.
  4. Endgültige Platte stehend mit 100 % Infill drucken.
  5. Rahmen oder Ständer drucken und eine LED-Leiste einbauen.

Rechne vor dem Start deine Materialkosten durch. Der Druckkosten-Rechner zeigt dir, was Filament und Strom kosten. Für den Einstieg in das Hobby lohnt sich außerdem ein Blick auf 3D-Drucker für Anfänger.

Was geht schief, und wie behebst du es?

  • Streifen oder Muster im Gegenlicht: Das Infill war unter 100 %. Drucke neu mit rechtwinkligem Vollfüllmuster (QIDI).
  • Fehlende Lichter: Die Dünne-Wände-Erkennung war aktiv. Schalte sie ab.
  • Flaches, graues Bild: Das Filament war zu dunkel oder das Foto zu kontrastarm. Wechsle auf Weiß und erhöhe den Kontrast (Sovol, Formlabs).
  • Platte kippt im Druck: Setze Brim oder Hilfsscheiben und senke die Geschwindigkeit auf 30 bis 45 mm/s (QIDI).

Fazit

Eine Lithophane ist ein dankbares Projekt für Einsteiger. Du brauchst ein kontrastreiches Foto, einen kostenlosen Generator, weißes PLA und den Mut zu langsamen, feinen Einstellungen. Stehend gedruckt, mit 100 % Infill und 0,1 bis 0,12 mm Schichthöhe, gelingt das Bild. Ein Probedruck im halben Maßstab spart Material und Nerven. Mit LED-Licht und einem schlichten Rahmen entsteht ein persönliches Geschenk.

Quellen

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Mehr zum Werbehinweis

3D-Drucker-Ratgeber Icon

Redaktion

Die Redaktion des 3D-Drucker-Ratgebers vergleicht 3D-Drucker, Resin-Drucker, Filamente und Zubehör anhand offener Kriterien: Herstellerangaben, zitierte Fachtests und gebündelte Praxiserfahrungen aus der Maker-Community. Wie wir vorgehen, steht auf der Seite „So vergleichen wir“.

Zuletzt aktualisiert am 03.11.2026